dem winter angepasst: mit neuer winterdienstlösung vermehrten aber geringeren niederschlag räumen

Autor: Patricia Pfister , 17.06.2019

Statt einzelnen starken Schneefällen bedecken die weißen Flocken das Schweizer Dorf Habkern in geringerer Menge, jedoch öfter. Der Winter änderte sich in den letzten Jahren.

Und damit die Bedürfnisse von Gemeinden an ihre Kommunaldienst­geräte. So entschied sich Habkern für den Austausch eines ihrer mittlerweile über 30 Jahre alten Rolbas, die vor allem bei großen Schneemassen ihre starke Leistungskraft ausspielen können. Stattdessen schaffte sich der Bauhof einen kommunalen Traktor samt passendem Winterdienstgerätschaften von Zaugg an. Die Vorteile: Das Fahrzeug kann rasch mit verschiedenen Anbaugeräten ausgestattet werden, Schneefrässchleuder und -pflug sind ideal auch bei engen Straßenverhältnissen einsetzbar.

Eingebettet zwischen dem Harder und den Sieben Hengsten, am Fuß des Augstmatthorns befindet sich das kleine, schmucke Bergdorf Habkern. Mit ca. 640 Einwohnern gehört es zu den kleineren Gemeinden im Kanton Bern. Flächenmäßig zählt sie mit rund 51 km2  jedoch zu den größten. Die Lebensqualität ist hier dank der intakten Natur und der guten Infrastruktur hoch. Sorge für deren gute Nutz- und Passierbarkeit trägt Beat Zurbuchen, zuständiger Gemeinderat für das Ressort Straßen und Werkhof in Habkern. Gerade in einer abgeschiedenen Gemeinde wie Habkern ist die rasche Schneeräumung bei Bedarf von großer Wichtigkeit. „Es ist enorm wichtig für ein Dorf wie unseres, dass die Straßen frühzeitig geräumt sind“, betont auch Gemeindepräsident Markus Karlen. Seit Jahrzehnten ist Habkern dafür gut ausgerüstet – doch die Witterung und damit auch die Bedürfnisse an den Winterdienst haben sich in den letzten Jahren geändert: Statt einzelner starker Niederschläge schneit es mittlerweile öfter, aber weniger ergiebig. Der bis zur letzten Wintersaison verfügbare Fuhrpark für den Räumdienst passte noch zu den Gegebenheiten von früher, jedoch nicht zu den heutigen Wetterverhältnissen. Zur Verfügung standen zwei selbstfahrende Schneefrässchleudern Rolba 400. Rolbas gelten als besonders leistungsstark, sie werden sogar für die Schneeräumung auf Flugplätzen genutzt. 30 Dienstjahre haben die beiden bereits erfolgreich hinter sich gebracht. Doch mit den Jahren tauchte ein Problem auf: Die Verfügbarkeit von Ersatzteilen wird zunehmend schwierig. Die beiden 400er-Modelle wurden 1987 noch direkt bei der namensgleichen Firma Rolba erworben, deren Produkte erst ab 1992 über Bucher und später über das Schweizer Winterdienstunternehmen Zaugg vertrieben wurde. Daher kommt es bei den in Habkern verwendeten Rolbas zu Engpässen beim Ersatzteilbedarf. Zudem drängte sich aus Effizienzgründen der Einsatz eines zweiten Pfluges auf, da es häufiger aber nur kleinere Mengen Schnee gibt. Die Lösung: Eines der über 30-jährigen Fahrzeuge wurde ersetzt und das andere mit der neuen Winterdienstlösung unterstützt.

Gemeinde stimmte ab
Die Gemeinde entschied bei der Wahl des neuen Fahrzeugs für den Kommunaldienst im demokratischen Verfahren. Mittels Pflichtenheft, was das Fahrzeug im Ort zu leisten hat, wurden drei Lieferanten beauftragt, das ideale Gerät zu offerieren. Diese schickten im Laufe der Wintersaison 2016/17 ihre jeweiligen Spitzenmodelle ins Rennen – dieses gewann schlussendlich der Fendt-Traktor der Firma Burger aus Reutigen. Über den definitiven Kauf stimmte die Bevölkerung bei der Gemeindeversammlung im Frühling ab – einstimmig. Der 4,7 Tonnen schwere Traktor mit 115 PS kostete die Gemeinde rund 200.000 Franken. Die Investition soll sich durch den Ganzjahreseinsatz bezahlt machen, das verspricht sich der Gemeinderat unter den vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten. „Mit dem 3-Punkt-Anbau kann beim neuen Traktor das entsprechende Gerät schnell gewechselt und zum Einsatz gebracht werden“, erläutert Beat Zurbuchen. „Wir können das Fahrzeug so nutzen, wie die Situation es verlangt.“ Damit liegt das Dorf mit seiner Entscheidung ganz im Trend multifunktional einsetzbarer Fahrzeuge im Kommunaldienst. Die Ausrüstung des Traktors beinhaltet einen Pflug, eine Fräse, eine Heckschaufel und einen Salzstreuer. Auch der neue Schneepflug und die neue -frässchleuder mussten bei der Evaluation des angeschafften Traktors berücksichtigt werden. Die Wahl fiel dabei nebst der Schneefrässchleuder SF 72-70 KS auch noch auf einen Schneepflug G21 von Zaugg. „Die immer wärmer werdenden Winter drängten den Einsatz von einem zweiten Pflug auf“, erklärt der Gemeinderat den Entschluss. Die Gemeinde hat bereits seit Jahren einen Schneepflug der Marke Zaugg an einem ­Reform Muli im Einsatz.

Schneepflug ideal für enge Verhältnisse
Nun durfte sich die Neuanschaffung in ihrer ersten Wintersaison beweisen: Der angebaute Schneepflug G21 wurde für die Schnee­räumung auf Verkehrsflächen mit unterschiedlicher Fahrbahnbeschaffenheit und wechselnden Übergängen gebaut. Das Zaugg-­Elementabfederungssystem garantiert ein sicheres Überfahren von Hindernissen auch bei hoher Geschwindigkeit. Der G21 hat eine in der Höhe und Breite geteilte, die Stoßkraft absorbierende Pflugschar und ist damit auf Höchstleistung, Komfort und Sicherheit ausgelegt. Er erlaubt eine überdurchschnittlich hohe Räumgeschwindigkeit und gewährleistet eine maximale Räumleistung. Dank vereinfachter Konstruktion und optimierter Fertigungstechnik wird der G21 als preisgünstige Alternative zu den herkömmlichen Modellen angeboten. Mit einer Breite von 2,80 m räumt der Pflug auch große Schneemengen von der Straße. Auch die Rolleigenschaften des Schnees während des Pflügens lobt Beat Zurbuchen. Doch den wohl größten Pluspunkt spielt der G21 mit seiner Wendigkeit aus: Der neue Pflug kann bis zu 45 Grad geschwenkt werden, ideal bei den engen Platz- und Wende­möglichkeiten im kurvigen und steilen Habkern. Neben den Gemeindestraßen werden auch die zum Teil sehr engen Hofzufahrten der Bewohner geräumt.

Schneefrässchleuder SF 72-70 KS
Das zweite neu angeschaffte Winterdienst­gerät ist die zweistufige Zaugg-Schneefrässchleuder SF 72-70 KS, die jeden Schnee räumt. Sie besteht aus einem robusten und stabilen Fräsgehäuse mit verstellbaren Gleitschuhen oder Laufrollen. Die serien­mäßige Querneigung gibt es in mechanischer oder hydraulischer Ausführung. Die Schneefrässchleuder SF 72-70 KS beinhaltet außerdem die Sicherheitsvorteile einer Klappschar: Eine maximale Schonung der Fräse und des Trägerfahrzeuges beim Überfahren von Hindernissen wird somit erreicht. Die durchdachte Konstruktion gewährleistet ein sehr günstiges Gewicht im Verhältnis zur robusten und stabilen Bauweise.

Erste Wintersaison bravourös gemeistert
Den ersten Winter hat die Kombi von Kommunaltraktor und Winterdienstgerätschaften von Zaugg mit gutem Ergebnis hinter sich gebracht. Die Fahrer wurden eng in den Entscheidungsprozess mit einbezogen, sie konnten sich ihre Anliegen und Wünsche einbringen. Dementsprechend fällt ihre Meinung über die Entscheidung aus. „Sie sind mit den Produkten sehr zufrieden“, so Beat Zurbuchen. Und ergänzt noch seine eigenen Prioritäten als Zuständiger für Habkerns Straßen und Werkhof an die neue Gerätekombi: Zuverlässigkeit, Wartungsarmut und Langlebigkeit der Geräte. Da das Vertrauen durch die langjährige Zusammenarbeit mit dem Winterdienstspezialisten Zaugg gegeben ist, ist man mehr als zuversichtlich, dass die Wünsche des Gemeinderats erfüllt werden.

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Zaugg präsentiert auf der Messe IFAT in München vom 14. bis 18. Mai einen Auszug aus seinem Produktportfolio. Unter anderem wird auf dem Messestand des Unternehmens in Halle C6/Stand 139/238 die neueste Version der selbstfahrenden Schneefrässchleuder Rolba 500 zu sehen sein.

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Die kleine Gemeinde Habkern hat sich aufgrund sich ändernder Witterungsverhältnisse eine neue Winterdienststrategie überlegt: Statt mit zweier selbstfahrender Schneefrässchleudern wird der öfters jedoch in geringeren Mengen ausfallende Schnee mit einem Schneepflug und einer -frässchleuder zum Anbau an einem multifunktionall einsetzbaren Traktor geräumt.

Foto: Bauhof Habkern

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Einer der 30 Jahre alten Rolbas 400 ist immer noch im Einsatz – bei großen Schneemengen ist es genau das richtige Gerät.

Foto: Bauhof Habkern

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Der G21 pflügt auch größere Schneemassen von der Straße.

Foto: Bauhof Habkern

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Der Schneepflug kann bis zu 45 Grad geschwenkt werden.

Foto: Bauhof Habkern

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Der Fendt-Traktor mit der Schneefrässchleuder SF 72-70 KS von Zaugg. Das Winterdienstgerät verfügt über eine serienmäßige Querneigung.

Foto: Bauhof Habkern