gas und sonne statt kohle: RWE installiert organische Solarfolien an Biogasanlage

Autor: Patricia Pfister , 16.02.2017

Inmitten des deutschen Braunkohle-Reviers setzt man auf eine nachhaltige Energie­gewinnung. Neben der Erzeugung von Biomethan dient eine Biogasanlage als Teststandort für organische Solarfolien.

"Energie aus der Region für die Region ist unser Credo. Heute haben wir gleich zwei Anlässe zu feiern: Wir geben den offiziellen Start für den Betrieb unserer hoch modernen Biogasanlage. Zudem treiben wir Innovationen voran und erproben hier im Herzen des Braunkohle-Reviers eine organische Solarfolie“, erläutert Hans Bünting, Vorstand Erneuerbare Energien RWE International SE, anlässlich der Inbetriebnahme der modernen Biogasanlage im nordrhein-westfälischen Bergheim-Paffendorf. Zusätzlich zur Gewinnung von Biomethan für die Wärmeversorgung tragen Solarfolien von Heliatek zur Energiegewinnung bei. Die großen Fassadenflächen der Anlage dienen als Teststandort für die organische Solarfolie von ­Heliatek. Auf einer Fläche von ca. 95 m² ist der HeliaFilm direkt auf dem profilierten Stahl­blech der Außenfassade der Fermenter installiert. Dieser technologische Ansatz ist weltweit einzigartig.

Innovative Produkteigenschaften
„RWE hat sich aufgrund der einzigartigen Produkteigenschaften des HeliaFilms für ­unsere organischen Solarfolien entschieden“, ergänzt Thibaud Le Séguillon, CEO der ­Heliatek. „Ihre Leichtigkeit und Flexibilität sowie der sehr umweltfreundliche Lebenszyklus gaben den Ausschlag für die Entscheidung, HeliaFilm in dieser innovativen Anwendung einzusetzen. Wir freuen uns sehr, mit unserem Partner dieses weltweit erste Projekt dieser Art umsetzen zu können und somit neue Standards im Bereich gebäudeintegrierter organischer Photovoltaik (BIOPV) bei Indus­trieanlagen zu setzen.“
Heliatek wurde 2006 als gemeinsame Ausgründung der TU Dresden (IAPP) und der Universität Ulm gegründet. Dabei wurde international anerkannte Expertise im Bereich der organischen Optoelektronik und der ­organischen Oligomer-Synthese zusammengeführt.

Kein Einfluss auf Gebäudestatik
Insgesamt wurden 180 HeliaFilm-Folien mit einer Gesamtleistung von 5,40 kWp ­direkt auf der profilierten Stahlfassade montiert. Von besonderem Vorteil ist das geringe Gewicht des HeliaFilms, das die Installation auf bestehenden Fassaden­strukturen ermöglicht. Dabei ist der Einfluss auf die Gebäudestatik, vor allem im Vergleich zu Silizium-Solarmodulen, vernachlässigbar. Bei der senkrechten Montage kommen weitere Eigenschaften der organischen Solarfolie positiv zum Tragen.

Optimal bei Schwachlicht
So verfügt der Solarfilm von Heliatek über ein ausgezeichnetes Schwachlichtverhalten, was sich als großer Vorteil bei der suboptimalen Ausrichtung ­einer senkrechten Fassade erweist. Da Fassaden im Regelfall über eine viel größere Fläche als Dächer verfügen, wo ­Solarmodule im Allgemeinen installiert ­werden, kann so die Energiegewinnung optimiert werden. Zudem besitzt die Folie ein absolut stabiles Hochtemperaturverhalten, was die direkte Aufbringung auf die Fassade ohne besondere Hinter­lüftung erlaubt und damit eine Vielzahl von neuen Anwendungen ermöglicht. Ultra-leicht und dünn – sie wiegt weniger als 1 kg/m² und ist unter 1mm dünn –, effizient und flexibel, kann die organische Solarfolie direkt auf Fassaden auf­gebracht werden.

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RWE Biogasanlage mit den organischen Solarfolien von Heliatek.

Foto: Heliatek

installation HeliaFilm 1

 

Installation des HeliaFilms auf der profilierten Stahlfassade.

Foto: Heliatek