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im Brauquartier Puntigam heizt man mit Wärme aus Bier

Die Brauerei Puntigam, die KEW und C&P Immobilien AG setzen für das Stadtbauprojekt Brauquartier Puntigam in Graz eine clevere und umweltfreundliche Wärmeversorgung um:

Die rund 800 Wohnungen sowie die Büros, Geschäftslokale und der Kindergarten werden mit Abwärme aus dem Gärprozess der Brauerei Puntigam versorgt. Seit Herbst 2017 werden die ersten Kunden mit „Brauwärme“ aus der Nachbarschaft beliefert, im Endausbau wird die KELAG Energie & Wärme pro Jahr rund 3,8 Millionen Kilowattstunden aus der Brauerei an die Kunden im Brauquartier Puntigam liefern.

Das Brauquartier Puntigam ist ein modernes Stadtbauprojekt und ermöglicht das Miteinander von Wohnen, Arbeiten, Freizeitgestaltung und Einkaufen. Rund 2.000 Menschen werden hier in Zukunft wohnen und teilweise auch arbeiten. Denn neben 800 Wohnungen finden sich auf dem 65.000 m2 großen Areal auch 17.000 m2 Gewerbe- und Büroflächen, die das Brauquartier zu einem idealen Standort für Geschäfte, Dienstleister und Firmensitze macht. Ein Großteil der Nutzfläche des Brauquartiers sind bereits errichtet und besiedelt oder stehen unmittelbar vor dem Bezug. „2021 möchten wir dieses Vorhaben abschließen. Für die Wärmeversorgung haben wir ein innovatives und nachhaltiges Konzept umsetzen können“, erläutert Markus Ritter, Vorstand vom projektgestaltenden Unternehmen C&P Immobilien AG. Die besagte Lösung wurde durch die   KELAG Energie & Wärme und dem wohl bekanntesten „Anwohner“ des Stadtteils ermöglicht: Die Wärme für die Heizung und das Warmwasser wird aus der Abwärme von der benachbarten Brauerei Puntigam bereitgestellt. Mittels eines Wärmetauschers wird die Abwärme von 40 Tanks, in denen täglich 4.000 Liter Bier vergären, in das in unmittelbarer Nachbarschaft befindliche neue Wohn- und Geschäftsviertel übertragen.    
    
Bier wärmt Wohnungen    
Für diese Aufgabenstellung holte sich die C&P Immobilien AG die KELAG Energie & Wärme als kompetenten Partner. Abwärme aus dem Gärprozess der benachbarten Brauerei Puntigam dient als Energiequelle für die Heizung und die Warmwasserversorgung des Brauquartiers. Diese Abwärme hebt die KELAG Energie & Wärme mit zwei Wärmepumpen auf nutzbare Temperaturniveaus, um Heizwärme und Warmwasser zum Brauquartier leiten zu können. „Seit Anfang Februar sind unsere Wärmepumpen in Betrieb und laufen einwandfrei, obwohl die technische Konzeption komplex und anspruchsvoll ist“, erläutert Geschäftsführer Adolf Melcher. Die KELAG Energie & Wärme hat hier 1,5 Millionen Euro investiert, im Endausbau wird sie an das Brauquartier etwa 3,8 Millionen Kilowattstunden pro Jahr Wärme liefern. Puntigamer braut pro Jahr mehr als eine Million Hektoliter Bier. Die Vergärung der Brauwürze muss gekühlt werden. Bisher wurde die Abwärme an die Umwelt abgegeben, nun wird sie für die Wärmeversorgung des benachbarten Brauquartiers genutzt. Nachhaltig und Nachbarschaftlich.    
    
Nachhaltiges Nachbarschaftskonzept    
Das Traditionsbier ist eines von vierzehn führenden Biermarken, die zu Österreichs größtem Bierunternehmen, der Brau Union, gehören. Über fünf Millionen Hektoliter Bier setzt das Unternehmen in einem Jahr ab. 2.400 Mitarbeiter in ganz Österreich sorgen dafür, dass rund 49.000 Kunden und Millionen Bierliebhaber im ganzen Land mit Bier versorgt werden. Die Brau Union Österreich setzt dabei auf hochwertige Rohstoffe, Qualität und nachhaltige Produktion – sowohl im Umwelt- als auch im gesellschaftlichen Bereich. Das Unternehmen und die KELAG Energie & Wärme arbeiten schon seit vielen Jahren eng zusammen. „Wir haben die Betriebsführung unserer Heizkessel in den Brauereien Puntigam und Gösser an die KELAG Energie & Wärme übertragen“, erklärt Magne Setnes, Vorstandsvorsitzender der Brau Union Österreich. Für das umfassende Engagement im Bereich Nachhaltigkeit wurde die Brauerei Gösser bereits mehrfach ausgezeichnet: Unter anderem mit dem Energy Globe Austria und dem EU Sustainable Energy Award. „Aus dieser Zusammenarbeit heraus ist auch die Idee für dieses einzigartige Projekt entstanden. Es freut uns, dass wir mithilfe vorhandener Synergien mit der KELAG Energie & Wärme und unserem Nachbarn C&P Immobilien die nachhaltige Nutzung der Abwärme umsetzen konnten.“    
„Wir sind stolz auf dieses gemeinsame Projekt, auf die innovative und kreative Idee, die anspruchsvolle Konzeption und die Umsetzung mit unseren Partnern“, sagt Adolf Melcher. Für die KELAG Energie & Wärme ist es wichtig, zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln, von denen alle profitieren, die Menschen, die Umwelt und die Unternehmen, betont Melcher. „Das verstehen wir unter gelebter Verantwortung.“    

Strategisches Ziel: 100 % grüne Energie    
Manfred Freitag, Vorstand der Kelag, sieht in der innovativen Lösung für die Wärmeversorgung des Brauquartiers die Unternehmensstrategie der Kelag konsequent umgesetzt. „Wir wollen unseren Kunden zu 100 Prozent grüne Energie liefern, möglichst aus der Region und mit Rücksicht auf die Menschen und die Umwelt. Wirtschaftlich rechnen muss sich ein Projekt natürlich auch. Bei diesem gemeinsamen Projekt mit der C&P Immobilien AG und der Brau Union Österreich erfüllt unser Tochterunternehmen KELAG Energie & Wärme alle Kriterien, das freut uns sehr.“


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