modernisierung auf raten: feldkirchen setzt bei seinem trinkwassernetz auf stabiles gussrohr

Autor: Patricia Pfister , 10.06.2019

Auf lange Sicht sparen: Das ist das erklärte Ziel der Kärntner Stadtgemeinde Feldkirchen. Deswegen modernisiert die Stadt regel­mäßig sein Wasserleitungsnetz.

Und profitiert dabei von den höheren Fördersätzen, mit denen fleißige Gemeinden für ihr ­Engagement in Sachen Rohrsanierung belohnt werden. Die alten PVC-Leitungen aus den 60er- und 70er-Jahre werden ausgetauscht gegen langlebige und stabile Gussrohre von TRM Tiroler Rohre.

Die regelmäßige Wartung und Instandhaltung des Trinkwassernetzes zahlt sich aus. Das ist auch einer der Gründe, warum die Kärntner Stadtgemeinde Feldkirchen besonders darauf bedacht ist, die in die Jahre gekommenen Rohre oder Leitungen, deren Dimensionierung nicht mehr den aktuellen Gegebenheiten entsprechen, auszutauschen. Damit reagiert die Stadtgemeinde auf eine Empfehlung des Rechnungshofs, die dazu rät, dass Kommunen etwa 2 bis 3 Prozent ihres Trinkwasserleitungsnetzes pro Jahr erneuern sollen, damit dieses innerhalb der nächsten 50 Jahre gut gewartet ist. Der große Vorteil ist – neben einem stets top-instandgehaltenem Wassernetz –, dass auch die Förderstellen auf dieses Anraten reagiert haben und diejenigen Kommunen mit einem größeren Fördersatz belohnen, die konstant ihr Leitungsnetz in Schuss halten. „Da gibt es große Unterschiede: Etwa 10 bis 15 Prozent Differenz bei den Fördersätzen ergeben sich zwischen den Gemeinden, die regelmäßig Instandhaltungsarbeiten durchgeführt haben und jenen, die sich nicht darum gekümmert haben“, erklärt Ing. Kurt Karnberger, Bereichsleiter Wasser in Feldkirchen. „Eine Kommune, die 50 Jahre nichts getan hat und das ganze Netz auf einen Schlag komplett erneuern muss, sitzt auf einem Millionenbetrag. Wenn man in dem gesamten Zeitraum untätig war, wird man mit einem niederen Fördersatz gestraft. Und ob dieser bei 15 oder 25 Prozent liegt, ist natürlich ein Riesenunterschied.“ Es handelt sich dabei also um ein Belohnungssystem für fleißige Gemeinden.

Berechnung von Druck- & Mengenverhalten
Der dauerhaft finanzielle Vorteil ist nur ein Aspekt, warum die Stadtgemeinde regelmäßig die Leistung ihres Wasserleitungsnetzes abprüft. Die Topografie von Feldkirchen ist ein weiterer wesentlicher Faktor. Die knapp 15.000 Einwohner zählende Stadtgemeinde erstreckt sich auf einer Fläche von rund 77 km², was einer beachtlichen Ausdehnung in Bezug zur Einwohnerzahl entspricht. Zum Vergleich: Das namensverwandte Feldkirch in Vorarlberg hat doppelt so viele Einwohner aber nur die Hälfte der Fläche. Oder selbst die zehn Mal größere Stadt Salzburg begnügt sich mit derselben Fläche wie die Kärntner Stadtgemeinde Feldkirchen. Die geringe Dichte an Bebauung auf der gleichzeitig großen Versorgungsfläche stellt das Wasseramt vor die Herausforderung, jede auch am Rande des Gemeindegebiets befindliche Wohnsiedlung mit ausreichend Trinkwasser zu versorgen. Deswegen verfügt Feldkirchen zum einen über ein großes Arsenal an Versorgungsquellen – mittels 17 Pumpstationen, zehn Quellen, einen Tiefbrunnen und 15 Hochbehälter mit 3.500 m3 werden 4.000 Hausanschlüsse versorgt auf einem Leitungsnetz von 230 km – und zum anderen wird bei Planung eines neuen Wohnprojekts das Rohrnetz neu betrachtet. Es wird geklärt, welche Wassermengen zu Spitzenzeiten benötigt werden und ob diese über das bestehende Rohrnetz gefördert werden können oder ob Adaptierungen notwendig sind.
So war es auch der Fall, als die Rohrnetz­berechnung der von der Stadtgemeinde beauftragten Firma SETEC ergeben hat, dass die Hauptleitung in einem Bereich der Kommune zu klein bemessen ist. Bei dieser Berechnung wurden sämtliche Angaben über Leitungs­dimensionierung und -führungen unter Berücksichtigung des Druck- und Mengenverhaltens im gesamten Versorgungsnetz von Feldkirchen erstellt. Um die Versorgungssicherheit von Trink- und Nutzwasser für die Stadt, als auch für die neu erschlossenen Grundstücke in dieser Gegend sicher zu stellen, wurde eine Erweiterung des bestehenden Systems beschlossen. „Überall dort, wo die Dimensionierungen als zu klein bemessen worden sind, sind wir sukzessive dahinter, das Leitungsrohrnetz dieser Berechnung anzupassen. Und zusätzlich kommen die laufenden ständigen Erweiterungen durch Neubauten und Neuerschließungen hinzu“, so Kurt Karnberger. Weiters wurde im Zuge der Arbeiten auch die Inbetriebnahme neuer Pumpstationen für das Hinterland von Feldkirchen in das Projekt mit aufgenommen. Das Gesamtvolumen dieses Großprojektes beläuft sich damit auf rund eine Millionen Euro und wurde Ende 2017 fertiggestellt.

Eisenbahnquerung größte Herausforderung
Die besondere Herausforderung bei den bis dato abgeschlossenen Erneuerungsarbeiten war, auch während der Bauzeit die Wasserversorgung für die Stadt und das Umland ­sicherzustellen. Hierfür wurden diverse Ausweichpläne entwickelt, die auch die terminliche Planung der Bauabschnitte genau unter die Lupe nahmen, um den Verkehr nicht zu sehr zu beeinflussen. Dafür wurde jener Bauabschnitt als erstes abgeschlossen, der die ­Versorgung der Stadtgemeinde über den Tiefbrunnen ermöglichte. Durch diese Erst­maß­nahme konnte Feldkirchen wochenlang nur über den Tiefbrunnen versorgt werden. Zusätzlich lieferten die kleinen Quellen außerhalb des Gemeindekerns für die dort befindlichen Siedlungen Trinkwasser. Bis auf die gefinkelte Planung, zu welchem Zeitpunkt welcher Bauabschnitt angegangen werden sollte, erwartete die Verantwortlichen eine problemlose Baustelle. Das hatte auch mit der guten Zusammenarbeit des Planungsbüros CCE-Ziviltechniker GmbH und Feldkirchen zu tun. Das Unternehmen entschied sich gemeinsam mit der Stadtgemeinde für die duktilen Gussrohre von TRM Tiroler Rohre in den Nennweiten DN 200, DN 150, DN 125 und DN 100. Dabei stellte ein Bauabschnitt, der mit den DN 200-Rohren durchgeführt werden musste, vor eine besonders knifflige Aufgabe: „Die größte Herausforderung war die Eisenbahnquerung, bei der nicht klar war, ob sie so funktionierte, da wir nur einen aufgelassenen Regenwasserkanal benutzen konnten. Dieser ist nicht gerade verlaufen, sondern leicht gebogen“, berichtet Wassermeister Werner Drolle.  „Wir hatten die Standardausführung der Rohrstangen mit fünf lfm vorrätig. Eine Biegung durch kleinere Stückelung war aber zum Glück nicht notwendig.“ Das stabile Gussrohr lässt sich bis auf vier Grad abwinkeln. Dank der dadurch möglich gemachten Biegung sparte sich Feldkirchen Kosten, da weitere Formstücke nicht notwendig waren, und Zeit, da der Bau so schneller vorangehen konnte. Schlussendlich konnte mit viel Willenskraft das gewünschte Ergebnis erzielt werden. „Ansonsten wäre es teuer geworden. Denn die Alternative wäre gewesen, die doppelspurige Eisenbahnquerung im Stadtgebiet im offenen Bauverfahren vorzunehmen“, erklärt der Bereichsleiter für Wasser.
Eine nasse Angelegenheit wurde die Querung der Tiebel, dem Hauptfluss von Feldkirchen. Im niederschlagsreichen Jahr 2017 sorgten Gewitter binnen weniger Stunden dafür, dass die gesamte Baustelle unter Wasser stand. Mit Umleitungen und Auspumpen kämpfte man gegen die extremen Wassermassen.

Statt pvc Gussrohre von TRM
Das Gros der alten ausgetauschten Rohre besteht aus PVC. In den 60er und 70er-Jahre ist im Zeichen des Wirtschaftswunders österreichweit viel Siedlungsraum entstanden – und damit ist auch das zum Großteil aus PVC bestehende Leitungsnetz gewachsen, das in den letzten Jahrzehnten das Ende seiner Lebensdauer erreicht hat. Mittlerweile ist in Feldkirchen Gussrohr das präferierte Mittel der Wahl. Inzwischen bestehen zwei Drittel des Leitungsnetzes aus Gussrohr, das in den letzten 20 ­Jahren verbaut wurde. Dafür sprechen die Materialgüte, seine Langlebigkeit und die Trinkwassersicherheit. „Die Qualität macht sich bezahlt“, stellt Wassermeister Werner Drolle zufrieden fest. Auch der Service von TRM konnte überzeugen: „Es kam nie zu Wartezeiten zwischen den Anlieferungen, somit gingen die Bauarbeiten ohne Verzögerungen rasch voran.“

Heimische Produkte bevorzugt
Wenn möglich, greift die Stadtgemeinde auf heimische Produkte zurück. „So bleibt die Wertschöpfung in Österreich. Bei der Produktwahl geht es nicht nur um den billigsten Preis – sondern um die Qualität. Das Preis-Leistungsverhältnis muss passen“, erläutert Feldkirchens Vize­bürgermeister Siegfried Huber. Ein weiteres österreichisches Unternehmen, das sich als besonders kompatibel mit dem TRM-Rohrleitungssystem beweist, ist E. Hawle Armaturenwerke, das das Leitungsnetz mit Schiebern, Armaturen, Hydranten und weiteren für den Hausanschluss wichtigen Elementen ergänzt. Beide Unternehmen sind seit jeweils 70 Jahren erfolgreich am Markt. Durch die Betreuung der Vetriebsmitarbeiter Igor Roblek  von TRM und Christian Poglitsch von Hawle vor Ort konnte ein reibungsloser Ablauf gewährleistet werden.
Mittlerweile wurden 5,75 km TRM-Gussrohre – davon allein 2017 4 km – im Leitungsnetz von Feldkirchen verbaut. „Wir werden auch in Zukunft auf TRM-Produkte zurückgreifen“, zeigt sich der Vizebürgermeister zufrieden. Auch heuer sind Arbeiten an den Trinkwasserleitungen vorgesehen – dabei wird sich ein weiterer Kilometer Gussrohr in das Netz einfügen.

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Die besondere Herausforderung bei den Erneuerungsarbeiten war, auch während der Bauzeit die Wasserversorgung für die Stadt und das Umland sicherzustellen. Hierfür wurden diverse Ausweichpläne entwickelt, die auch die terminliche Planung der Bauabschnitte genau unter die Lupe nahmen, um den Verkehr nicht zu sehr zu beeinflussen.

Foto: Stadtgemeinde Feldkirchen

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Hawle ergänzt das Leitungsnetz mit Schiebern, Armaturen, Hydranten und weiteren für den Hausanschluss wichtigen Elementen und zeigt sich besonders kompatibel mit den Rohren von TRM.

Foto: Stadtgemeinde Feldkirchen

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5,75 km  Gussrohre von TRM wurden in den letzten drei Jahren eingebaut. Sie ersetzen in die Jahre gekommene Rohre aus PVC.

Foto: Stadtgemeinde Feldkirchen

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Feldkirchen entschied sich aufgrund seiner Langlebigkeit und Materialgüte für die duktilen Gussrohre von TRM Tiroler Rohre in den Nennweiten DN 200, DN 150, DN 125 und DN 100.

Foto: Stadtgemeinde Feldkirchen