Selbstgemachtes Schneegestöber

Autor: Carola Sams , 28.11.2013

Unter dem Markennamen 2Snow vertreiben Schubert Elektroanlagen und Bächler seit 2011 automatisierte Schneilanzensysteme für große Skigebiete und den hauseigenen Garten.

 

Seit 1965 behauptet sich Schubert Elektroanlagen mit Sitz im niederösterreichischen Ober-Grafendorf als Elektroanlagen-Bauer am Markt, wo insgesamt etwa 160 Mitarbeiter beschäftigt sind. Die Hauptdomänen des Traditionsunternehmens liegen dabei in den Bereichen Energie, Umwelt, Wasser und Anlagentechnik. Konzepte für Wasserkraftwerke, Windparkanlagen, Klär- und Pumpanlagen sind nur ein Teil des Leistungsportfolios, das das Unternehmen anbietet.

Bereits seit 1981 beschäftigt sich Schubert auch mit der Thematik Beschneiung. Ursprünglich lag der Fokus noch auf der E-Technik der Pumpstationen. Doch 2011 beschloss man, auch bei Schneigeräten einzusteigen. Diese Option tat sich auf, als man mit dem Schweizer Unternehmen Bächler Top Track AG eine Kooperation einging. Bächler, bekannt für seine hochwertigen Schneilanzen, und Schubert, zuständig für die Automatisierungen, ergänzen sich dabei sehr gut und können im Rahmen der Zusammenarbeit automatisierte Schneilanzenprogramme anbieten. Die Hauptabsatzmärkte für Schubert sind Österreich, Deutschland, Italien aber auch in Polen wurden bereits Schneilanzen verkauft.

Generell wird bei Schneilanzen zwischen professionellen und privaten Einsatzzwecken unterschieden. Im kommerziellen Bereich stellen Schneilanzen eine echte Alternative zu den weit verbreiteten Schneekanonen dar. Diese Schneitechnik hat einige Vorteile, wie zum Beispiel die geringe Lärmbelastung, Sparsamkeit im Verbrauch, und aufgrund von nur wenigen beweglichen Teilen fallen geringe Service- und Wartungskosten an.

 

SCHNEILANZE BRINGT ENERGIEERSPARNIS BIS ZU 90%

Das technologische Know-how ist eine sehr wichtige Basis für die Funktionalität der Schneisysteme. SNOWefficiency by Schubert bietet den Kunden bereits seit längerer Zeit ganzheitliche Lösungen für die Schneeproduktion. Der Kunde wird von der Anfrage bis zur ersten Beschneiung von dem SNOWefficiency-Team unter der Leitung von Ing. Johann Buresch (Leiter Bereich Wassertechnik) betreut und begleitet.

SNOWefficiency reduziert die Lärmemission auf ein Fünftel, und der CO2-Ausstoß kann um bis zu 80 % verringert werden. Zudem können etwa 90 % der Energiekosten durch den geringeren Druckluftverbrauch eingespart werden. Rechnet man den gesamten Energieaufwand zusammen, der in Österreich für die Schneeproduktion aufgewendet wird, könnte man mit der 2SNOW-Be-schneiung circa 300.000 kW Energie einsparen. Der stetige Anstieg der Energiekosten lässt den Einsparungswert der Schneilanzen immer wichtiger werden, ist Johann Buresch überzeugt.

Durch die offene Systemgestaltung können die 2SNOW-Produkte ohne aufwändige und teure Umbaumaßnahmen alte Techniken ersetzen. Auch eine Erweiterung oder ein sukzessiver Umstieg auf die 2SNOW-Technik stellt kein Problem dar. Das offene Modbus-Protokoll an der Lanze ermöglicht die Anbindung an praktisch alle gängigen Steuerungssysteme der zurzeit am Markt vorhandenen Schneischächte und Streckenvisualisierungen. Speziell bei Neuplanungen punkten die Schneilanzen von 2SNOWm da die Vorinvestitionen in Energiebereitstellung und Verkabelung wesentlich geringer sind.

 

2SNOW ÜBERZEUGT IM PRAXISTEST

Mit einem Energiespar-Weltrekord machte 2SNOW im Winter 2012 auf sich aufmerksam: Auf der Gerlitzen in Kärnten wurden mit 26 Stück 2SNOW-Schneilanzen und einer elektrischen Gesamtleistung von 22 kW für die Druckluft eine 1000 m und teilweise 100 m breite Skipiste beschneit. Mit einem Abstand von durchschnittlich 38 m waren die 26 „NESSY“-Lanzen angeordnet und begeisterten die Betreiber. Ein positiver Nebeneffekt, der durch die relativ enge Anordnung der Lanzen auffiel war, dass sich der Kostenaufwand für zusätzliche Präparation der Piste in Grenzen hielt.

 

KLEIN ABER OHO

Neben der großen Pistenbeschneiung beinhaltet die 2Snow-Reihe auch eine kompakte, kleine Schneilanze. Hauptzielgruppe sind Kindergärten, Schulen, Hotels, Gemeinden, oder auch Privathaushalte, die nicht auf den Schnee von Mutter Natur warten wollen. So ist jeder Adventmarkt, Stadtplatz oder Kinderspielplatz im Handumdrehen mit einem weißen Mantel bedeckt.

Was bei der kleinen Schneilanze dabei vor allem hervorsticht, ist ihre einfache Bedienung. Nach dem Motto „plug and play“ muss die Lanze nur an einen handelsüblichen Wasserschlauch und ans Stromnetz angeschlossen werden. Die Schneilanze kann mit normalem Trinkwasser, aber auch mit Brauchwasser betrieben werden. Einzige Bedingung: Das Wasser darf nicht verunreinigt sein, da sonst die Düsen verstopfen würden.

Nichtsdestotrotz bleibt auch bei der künstlichen Beschneiung der maßgebliche Parameter. Idealerweise erfolgt die Beschneiung bei -2 °C. Sofern das Wetter also mitspielt, wird dann etwa 1 m² Schnee pro Stunde produziert.

Im Gegensatz zu den großen Lanzen in den Skigebieten, hat die Schneilanze für zu Hause nur eine Bedienstufe. Es gilt der Grundsatz: Je kälter die Luft und das Wasser sind, desto trockener wird auch der erzeugte Schnee.

Nach der Beschneiung muss nur noch das restliche Wasser aus dem Schlauch entleert werden, da sonst die Gefahr der Vereisung besteht, und die Schneeanlage kann wieder weggeräumt werden. In ihrer Einfachheit überzeugt die HOMEsnow jeden Heimschneier auch mit ihrer Leistungsstärke.

 

TESTFLÄCHE IN MANK

Ing. Johann Buresch, Leiter des Unternehmensbereichs Wasser, ermöglichte einen einmaligen Testbetrieb im Winter 2012. Bei perfekten Wetterbedingungen – es war kalt, aber es schneite nicht – wurde die Schneilanze von Schubert im Stadtpark der niederösterreichischen Stadtgemeinde Mank aufgebaut.

Die Infrastruktur, in Form der Wasser- und Stromleitung, war in der Parkanlage vorhanden und so wurde der Parkhügel samt Auslauf auf einer Fläche von etwa 300 m² mit einer robusten Schneedecke bedeckt.

Bürgermeister DI Martin Leonhardsberger zeigte sich verblüfft: „Es hat super funktioniert. Ich war positiv überrascht, wie schnell man in einer Nacht doch einen 15-20 cm Schneekörper aufbauen kann.“ Die Schneefläche war öffentlich zugänglich und versüßte Kindern und Eltern die Semesterferien.

 

FORSCHUNGSARBEIT

Derzeit wird intensiv an einer energielosen Lanze von Bächler mit 2SNOW geforscht, welche noch heuer am österreichischen Markt präsentiert wird. Alternativen für eine Beschneiung bei wärmeren Temperaturen über ein „Kühlschrank-Schab-System“ oder mittels Zusetzung von gekühltem Sauer- oder Stickstoff gibt es und wird weiter untersucht. Diese sind jedoch sehr teuer in der Anschaffung und auch sehr kostenintensiv im Betrieb.

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Homesnow

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 Die Homesnow in der praktischen Anwendung.

NESSY

nessy

Die energieeffiziente Schneilanze "NESSY" gewann den Swiss Excellence Product Award 2010.

Gerlitzen/Kärnten

gerlitzen

Mit 26 "NESSY"-Schneilanzen wurde auf der Gerlitzen in Kärnten Schnee produziert.

SNOTEK

snotek

Die "SNOTEK" brilliert mit hoher Wurfweite.