winterdienst-innovationen aus dem Allgäu

Autor: Patricia Pfister , 08.04.2019

Seit über drei Dekaden liefert der Allgäuer Winterdienstspezialist Westa Schneefräsen und weitere Lösungen für die Schneeräumung. Dabei war das Unternehmen nicht nur immer am neuesten Stand der Technik,

... sondern gibt diesen oftmals vor. So konstruiert Westa bis heute innovative Produkte, die den Arbeitsalltag seiner Kunden erleichtert und die Effizienz beim Schneeräumen steigert.

Vor genau 36 Jahren wurde die erste Schneefräse des Winterdienstmaschinen-Herstellers Westa ausgeliefert. Ein Landwirt aus der Region trat an Alois Weber heran, er möge ihm doch eine Fräse für seinen Traktor konzipieren. Mit der Schneefräse für damals 5.000 D-Mark war der Grundstein für das Allgäuer Unternehmen und die Fräsmaschinenproduktion gelegt. Drei Dekaden später ist das Gerät immer noch im Einsatz. „Fotogen ist das Teil nicht“, meint der Geschäftsführer Alois Weber schmunzelnd. Denn bis heute hat sich an der Konstruktionsweise und am Erscheinungsbild einiges geändert. Aber die grundlegende Technologie war schon damals ideal angelegt. Aus der Firma, die 1981 als kleiner Stahlbau- und Schlossereibetrieb begonnen hat, ist mittlerweile ein Unternehmen mit weltweitem Vertrieb geworden, die von den Geschäftsführern Alois Weber und Gerhard Loritz geleitet wird. Heute liefert das Unternehmen bis nach Übersee. Neben dem Komplettprogramm an Schneefräsen hat sich Westa mit Sonderanfertigungen einen Namen gemacht. Das Unternehmen hat zwar an Mitarbeitern aufgestockt, dennoch hat er sich die Flexibilität des Kleinbetriebes erhalten. So kommt es auch, dass kommunale Dienstleister und Praktiker mit Sonderwünschen an Westa herantreten. Denn dass die Produkte des Allgäuer Unternehmens mittlerweile weltweit im Einsatz sind, liegt nicht nur an der hohen Qualität der Produkte, sondern auch an der Flexibilität mit der auf Kundenwünsche eingegangen wird. So trug beispielsweise ein selbst technisch versierter Winterdienstbetreiber sein Sichtproblem beim Arbeiten mit der Schneefräse an Alois Weber heran. Den freien Blick auf die Straße verstellte dabei der Auswurfkamin – was ein nicht zu ignorierendes Sicherheitsproblem darstellte. Die Überlegungen und Tüfteleien der beiden ergaben die Lösung: Der hydraulisch wegklappbare und aus dem Sichtfeld des Fahrers schwenkbare Auswurfkamin – dieser ging rasch in Serie und ist seither ein Bestseller. Auch das Problem der erschwerten Schneeräumung von unbefestigten Straßen wie etwa plombierte Forstwege oder unebene Flächen wurde angegangen. Eine Antwort darauf fand sich in Form der Gleitplatte: Ein über die gesamte Fräsenbreite durchgehender Gleitschuh, der hydraulisch verstellbar ist und somit die Stärke der Fräse regelt. Durch die durchgehende Fläche der Gleitplatte kann sie optimal an die Gegebenheiten der Umgebung angepasst werden, ohne dass das Fräsengehäuse geneigt werden muss, wie es bei zwei seitlichen Gleitkufen der Fall wäre. Aber nicht nur Probleme in der Praxis inspirieren Alois Weber und seine Mitarbeiter zu neuen Lösungen für den Winterdienst, sondern auch einfach der Ansatz, wie man ihn noch einfacher und benutzerfreundlicher gestalten kann. So kam es zu der Idee des Schneeladewagens, der die Räumung des Schnees mit dessen Abtransport vereint. Dabei umgeht Westa den Umweg über frontaufgebaute Schneefräsen und hohe Auswurfkamine. Gefräst wird direkt am Anhänger, anstatt frontal auf Traktor, ­Unimog & Co. angebaut zu werden.

Westa international vertreten
Zwar finden sich die meisten Winterdienstgerätschaften von Westa im alpinen Raum, hauptsächlich in Deutschland, Österreich, Südtirol und der Schweiz, doch sogar in Japan, Georgien oder Island finden sich Abnehmer. Der Vertrieb für Schneefräsen wurde in den letzten Jahren weltweit durch neue Händler in der Türkei, in Russland, Indien, Kanada und weiteren Länder weiter ausgebaut. Auch in Schweden sorgt Westa bald für beste winterliche Fahrverhältnisse – diesmal nicht auf der Straße, sondern auf der Piste. Die Pistenpräparierung ist neben dem Winterdienst ein weiterer Schwerpunkt des Unternehmens. Im hohen Norden darf sich Westa bei einem besonderen Event beweisen: Bei der Ski-WM im schwedischen Are 2019 kommen gleich mehrere Schneefräsen zur Pistenpräparierung zum Einsatz. Die Pistenraupen mit Fräsen, die den Schnee verfrachten, sind in Skigebieten im gesamten Alpenraum im Einsatz. Die besondere Herausforderung ist dabei, dass der Schnee 40 bis 50 m weit geworfen werden muss, um von den Schneedepots auf die Piste zu gelangen. Die beiden Fräsen 5528 und 6544 wurden nun mit neuen Load-Sensing-System ausgestattet und wurden somit fit gemacht für den Anbau an die Pistenbullys der neuesten Generation. Das Load-Sensing-System – auch Lastdruck-Melde-System – ist eine hydraulische Steuerung, bei der Druck und/oder Volumenstrom der Hydraulikpumpe an die vom Verbraucher geforderten Bedingungen angepasst werden. Dabei werden alle hydraulischen Bewegungen über CAN-Bus vom Trägerfahrzeug erkannt und können ganz nach Vorlieben des Fahrers individuell angesteuert werden.


Große Bandbreite an Schneefräsen
Von der kleinsten Fräse, die mit 450 mm Walzendurchmesser am Mulag-Mähausleger sowie auf kleineren Schleppern von 16 bis 40 PS angebracht ist, bis zur gewaltigen Westa 1050 für Fahrzeuge bis 300 PS, werden unterschiedlichste Schneefrässchleuder-Typen für die diversen Trägerfahrzeuge produziert. Die zweistufige Bauweise und die ausschließliche Verwendung von Feinkornstählen erzielen eine große Wurfweite bei geringem Kraftaufwand. Die Schneefräsen passen sich durch eine hydraulische Seitenneigung dem Fahrbahnniveau an. Der Auswurfkamin ist hydraulisch drehbar, dabei lässt sich auch die Wurfweite zusätzlich einstellen. Im Produktprogramm sind auch die schweren Mono­blockfräsen für Radlader und massivere ­Trägergeräte. Konstruiert wird mittels CAD-­Konstruktion, um flexibel auf kundenspezifische Anforderungen eingehen zu können.

neuer online-kalkulator und bestell-shop
Um potenziellen Kunden weitere Entscheidungshilfen in die Hand zu geben, wurde auf der Firmen-Webseite von Westa für die Lohnfertigung kürzlich ein Onlinekalkulator eingerichtet, womit Zuschnitte direkt kalkuliert und Daten upgeloadet werden können. Ein weiterer Online-Service wird in Kürze der sich im Aufbau befindende Westa-Webshop sein: Hier können Verschleißteile, Ersatzteile und weitere Komponenten praktisch online geordert werden. 

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Links das Sichtfeld des Fahrers ohne „Freisicht­kamin”, rechts mit dem System.

Foto: Westa

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Westa-Schneefräsen sind unter extremen Bedingungen im Hochgebirge bei Passöffnungen ebenso unterwegs wie auf Flughäfen und im kommunalen Einsatz in Städten und Gemeinden.

Foto: Westa

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Geschäftsführer Alois Weber gründete vor 36 Jahren das Winterdienstunternehmen Westa im bayerischen Weitnau.

Foto: zek

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Unebene Flächen können mit der Gleitplatte unproblematisch freigeräumt werden. Zusätzlich können mittels einer optional erhältlichen Struktur­leiste vereiste Flächen aufgeraut werden, um so die Unfallgefahr zu reduzieren.

Foto: Westa