zek.at | Artikel drucken

Zukünftige Stromnetze 2019: Das bestehende System wird umgekrempelt

Deutschland kann sich im Jahr 2050 vollständig aus Ökostrom versorgen. Für den Ausbau der Erneuerbaren werden laut neuen Berechnungen bis zu 2,5 % der Landesfläche benötigt.

Der Flächenbedarf sinkt bis auf zwei Prozent ab, wenn verstärkt auf Solarenergie gesetzt wird. Das belegt die aktuelle WWF-Studie „Zukunft Stromsystem II – Regionalisierung der erneuerbaren Stromerzeugung“, die ein erstes Bild des Stromsystems nach 2035 entwirft.

Die Untersuchung zeigt beispielhaft in einzelnen Landkreisen, dass es keine unlösbaren Konflikte zwischen Ökostromausbau mit dem Naturschutz gibt. Es sei Aufgabe von Politik und Behörden, solche Analysen zu vertiefen, damit der Ausbau der Erneuerbaren beschleunigt werde, fordert der WWF. Um die Klimaziele einzuhalten, sollten jährlich mindestens je 2,5 Gigawatt Wind an Land und Photovoltaik installiert werden. Ein Repowering sollte deshalb nicht mit eingerechnet werden.

In der Stadt sollte demnach vor allem der Ausbau der Photovoltaik gestärkt werden. So gelangt die Energiewende auch in die großen Verbrauchszentren. Die Windkraft sollte zudem nicht allein im Norden– sondern auch in Süddeutschland forciert werden. Für den Transport benötigt es neue Stromautobahnen. Die Dekarbonisierung stellt die traditionelle, bestehende Struktur insgesamt auf den Kopf.

Auf der Tagung „Zukünftige Stromnetze 2019“ wird sich am 30. und 31. Januar 2019 in Berlin deshalb alles um die Transformation des Energiesystems drehen: Wie können immer mehr dezentrale Energieerzeuger und Verbraucher ins System integriert werden? Stellt eine wachsende Zahl von Elektroautos eine Belastung dar oder können sie als Strompuffer genutzt werden? Diese Fragen gilt es zu erörtern. Zu diskutieren bleibt, ob der Netzausbau wirklich immer die beste Lösung ist.

Es wird auf der Konferenz um intelligente Steuerung und Prognosen für die Betriebsführung des Stromnetzes gehen. Dabei hilft die fortschreitende Digitalisierung, die auch vor dem Stromnetz nicht halt macht. Deshalb werden in einem Themenblock die ersten Erfahrungen des Smart-Meter-Rollout präsentiert und die Chancen für neue Geschäftsmodelle durch die Blockchain diskutiert. Die Netzexperten werden im Hotel Novotel Berlin am Tiergarten tagen. Fachlicher Leiter der diesjährigen Veranstaltung von Conexio ist Professor Christof Wittwer vom Fraunhofer ISE in Freiburg.

Mehr Infos unter: www.zukunftsnetz.net


© zek.at