freie bahn am gornergrat: schneefräse von zaugg räumt verschneite gleise frei

Autor: Patricia Pfister , 23.11.2020

Seit 1898 erklimmt die erste elektrifizierte Zahnradbahn der Schweiz den Gornergrat und überwindet dabei rund 1.500 Höhenmeter in nur 33 Minuten.

Die Strecke beginnt in Zermatt auf 1.604 m über Meer und führt mit einer maximalen Steigung von 20 Prozent auf einer Länge von etwa 9 km hinauf auf den Gornergrat auf 3.089 m über Meer. Ohne eine sichere und effiziente Schneeräumung wäre das Gipfelerlebnis auf Gleisen in den Wintermonaten unmöglich – dafür, dass die Strecke zu jeder Jahreszeit be- und erfahren werden kann, sorgt die leistungsstarke Schneefrässchleuder des Schweizer Winterdienstspezialisten Zaugg.

Der Gornergrat ist der Berg im schweizerischen Wallis, von wo man das berühmte Matterhorn rund ums Jahr in seiner majestätischen Erscheinung ungehindert bewundern kann. Seit 1898 erklimmt man ihn mit der ersten 100 Prozent elektrifizierten Zahnradbahn der Schweiz bequem, ab 1942 sogar im Winter. Die Bahn überwindet heute rund 1.500 Höhenmeter in 33 Minuten. Weil hier oben der Wintersport schon seit Jahrzehnten boomt, ist eine sichere und effiziente Schneeräumung ein absolutes Muss.Da die Schneefräse aus den 1970er Jahren nicht mehr den gewünschten Zweck erfüllte, wurde die Firma Zaugg beauftragt, eine neue zu bauen, die exakt den aktuellen Ansprüchen der Gornergrat Bahn (GGB) und den aktuellen Sicherheits- und Komfortansprüchen entsprechen sollte.     

Kräftige Schneefrässchleuder seit letztem Winter im Einsatz    
Ende 2018 konnte das neue Schneeräumungsfahrzeug Typ GGB mit der Bezeichnung Xrote 3933, das vom Triebwagen Bhe 4/4 3061-3062 geschoben wird, auf der Strecke Zermatt – Gornergrat in Betrieb genommen werden. An der Front ist das Fahrzeug mit zwei Zaugg-Schneefrässchleudern des Typs SF 90/120-100-GGB ausgerüstet, welche über je ein hydraulisch dreh- und neigbares Auswurfkamin verfügen. Die Kamindrehung funktioniert mit Schneckenantrieb und hat einen Drehwinkel von ungefähr 200 Grad. Die beiden 2-Klappen-Auswurfkamine aus Stahlblech sorgen für einen kompakten und gezielten Schneeauswurf. Jede Fräshaspel ist mit einer Abschaltkupplung gegen Überlast abgesichert. Beide Schneefrässchleudern sind einzeln um je 500 mm, seitlich von der Mitte, nach außen verschiebbar. Das komplette Aggregat ist gemeinsam über eine Parallel-Aushebevorrichtung um 400 mm anhebbar. Die Aushe­be- und Querverschiebevorrichtung ist fest am Fahrzeugchassis angebaut. Die beiden Schneefrässchleudern sind in der Mitte mit Rafferblechen ausgerüstet, damit beim ersten Schnitt eine Breite von 3,6 m geräumt werden kann.  
 
Vollelektrischer Antrieb    
Der Antrieb der Schneefrässchleudern erfolgt per 300 kW starken Elektromotor über Kardanwellen, sowie über einen Direktantrieb auf der Schleuderradseite. Die Stromversorgung der Elektromotoren erfolgt über einen Stromabnehmer und über die Verbindung zum Triebfahrzeug. Die Spannung auf der Fahrleitung beträgt 750 VAC (Wechselspannung). In der Hinter­achs-Bremse ist eine Bandbremse mit Bremszahnrad und Federspeicher eingebaut. Beim Stoßen mit dem Triebwagen erfolgt die Fahrsteuerung über den im Schneeräumfahrzeug integrierten Steuerstand.    

Schneeräumung auf mehreren Etappen    
Auf und zwischen den Gleisen verbleibt kein Schnee – dafür sorgt die auf mehrere Etappen aufgeteilte Schneeräumung. Das Weichen- beziehungsweise Schienenreinigungsgerät wird hauptsächlich für die Reinigung von Weichenpartien eingesetzt. Es besteht aus einem Radialventilator (400V-E-Motor), der unter der Kabine angebracht ist. Die Luftführung ist über Ausblasdüsen unmittelbar über der Zahnstange angebracht. Zwischen den Achsen befindet sich ein Spurpflug, der über die Zahnstange geführt wird. Der Spurpflug ist für die Räumung des Schnees zuständig, der zwischen den Gleisen liegen geblieben ist. Über einen Hydraulikzylinder wird der Pflug in der Höhe verstellt. In der Arbeitsposition ist der Pflug mit seinen Laufrollen auf den Gleisen abgestützt. Die Verschleißmesser räumen den Schnee zwischen den Gleisen und der mittigen Zahnstange. Um den Schnee zwischen den zwei Zahnstangen ebenfalls zu entfernen, ist in der Mitte ein Zahnstangenmesser montiert.    

Umfangreiches Know-how im Winterdienst    
Neben den Erfahrungswerten in Sachen Bahnstreckenräumung kann das Schweizer Unternehmen Zaugg auch in anderen Einsatzbereichen auf sein umfassendes Know-how in Hinblick auf die Entwicklung, Konstruktion und Herstellung von professionellen Schneeräumgeräten verweisen. Auch der Wintersport, im speziellen das Snowboarden, verdankt Zaugg die weltweit einzigartige Halfpipefräsen, genannt Pipemonster, die es erst ermöglichen die riesigen Super-Halfpipes zu bauen, die von Spitzensportler aus der ganzen Welt geschätzt und gerühmt werden – und Anlässe wie die Winterolympiade oder Weltcup-Veranstaltungen um spektakuläre Sportarten bereichern. Dabei konnten die Zaugg-Ingenieure voll die Erfahrungen des Unternehmens mit Schneefrässchleuder-­Technologie nützen und auf diesen speziellen Verwendungszweck anwenden.

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Das Matterhorn im Blick: Während die Zahnradbahn den Nachbargipfel Gornergrat bezwingt, haben die Fahrgäste den ungehinderten Ausblick auf dessen markante Silhouette und das Monte Rosa-Bergmassiv.

Foto: Zaugg

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Ohne die kräftige Unterstützung der Schneefrässchleuder wäre ein Vorankommen im Winter nicht möglich. Die Gleise der Gornergrat Bahn sind während der kalten Jahreszeit oft tief unter Schnee begraben.

Foto: Zaugg

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Die Räumleistung der Schneefrässchleuder liegt bei 3.000 Tonnen pro Stunde, das Gewicht des Fahrzeugs beträgt 19 Tonnen.

Foto: Zaugg

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Beim Stoßen mit dem Triebwagen erfolgt die Fahrsteuerung über den im Schneeräumfahrzeug integrierten Steuerstand.

Foto: Zaugg

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Der Antrieb der Schneefrässchleudern erfolgt mittels einem Elektromotor von ca. 300 kW Leistung über Kardanwellen, sowie einem Direktantrieb auf der Schleuderradseite.

Foto: Zaugg