Heidelberg setzt auf e-kehrmaschine Eswingo

Autor: Patricia Pfister , 15.03.2021

Gleiche Leistung wie das Dieselmodell und dabei emissionsfrei und geräuscharm – diese Argumente überzeugten die  Stadt Heidelberg und veranlassten zur Anschaffung der eSwingo 200+ von Schmidt.

Als besonderes Plus wird der nun zeitlich flexiblere Kehreinsatz in Heidelbergs Straßen gesehen: Denn durch das wesentlich niedrigere Geräuschniveau kann mit der elektrisch betriebenen Maschine auch nachts und früh morgens gearbeitet werden.

Als erste deutsche Stadt hat sich Heidelberg für eine eSwingo 200+ entschieden – ein wichtiger Baustein in einer Reihe von Initiativen, die die baden-württembergische Stadt im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit verfolgt. So will die Stadtverwaltung zum Beispiel den Fuhrpark sukzessive auf emissionsfreie Fahrzeuge umstellen. Seit Mitte September letzten Jahres trägt auch eine eSwingo 200+ zu diesem Ziel bei. Denn neben den Vorteilen des emissionsfreien und geräuscharmen Antriebs, kann durch das spezielle Umluftsystem der eSwingo der Ausstoß von gesundheitsschädlichem Feinstaub um bis zu 70 Prozent reduziert werden. Ein Großteil der angesaugten, staubhaltigen Luft verbleibt dabei im Saugsystem und wird in einem Kreislauf zum Saugmund zurückgeführt. Die Ablösung und die Aufnahme des Kehrgutes werden dank der Strömungsenergie deutlich verbessert. Die kleine, noch verbleibende Restluftmenge wird durch feinporige Filter gereinigt. Das erlaubt der Kompaktkehrmaschine nahezu ohne Feinstaubemissionen zu kehren.    
    
Bis zu 10 Stunden im Betrieb    
Die eSwingo 200+ von Schmidt fährt voll­elektrisch ohne Emissionen zu erzeugen, sowohl Fahrantrieb als auch die Beseneinheit werden vollelektrisch angetrieben. Ein leistungsstarker Akku mit einer Kapazität von über 60 kWh ermöglicht Arbeitseinsätze von bis zu zehn Stunden ohne aufzuladen. Ein On-Board Schnellladegerät sorgt nach Schichtende für schnelles Wiederaufladen in nur zwei Stunden. Sie ist damit nicht nur eine der saubersten Kompaktkehrmaschinen auf dem Markt, sondern rechnet sich auch in der Gesamtkalkulation: über den Lebenszyklus belaufen sich die Kosten für das Elektro-Modell dank geringeren Energie- und Wartungskosten sowie einer längeren Amortisationszeit auf demselben Niveau wie bei der Swingo 200+ mit Dieselmotor. Höchste Qualität an Material und Verarbeitung garantieren Langlebigkeit (mindestens 5.000 Ladezyklen) und Sicherheit der Batterien (nicht-entflammbar, absolut explosionssicher). Ein Plus für Umwelt und Finanzhaushalt.    

Leiser kehren    
Michael Kraft, Leiter Regiebetrieb Reinigung der Stadt Heidelberg erwartete sich bei der Anschaffung der Maschine, dass diese genauso gut funktioniert wie das herkömmliche Modell, sprich: Zuverlässigkeit, Leistung und Komfort identisch sein müssen. Neben der gewohnt hohen Saugleistung analog dem Modell mit Dieselmotor, war der zusätzlicher Wunsch, dass sein Team am Wochenende in der Altstadt verstärkt kehren kann. Denn von dem niedrigeren Geräuschpegel profitieren nicht nur unmittelbar die Fahrer, sondern auch Anwohner, zum Beispiel bei Einsätzen in der Nacht oder den frühen Morgenstunden. Der Geräuschpegel einer eSwingo liegt bei 91 dB(A), derjenige gegenüber einer herkömmlichen Swingo mit Lärm­dämmpaket bei 99 dB(A). Tobias Weissenrieder, bei der Aebi Schmidt Group für das Produktmanagement und für Forschung und Entwicklung zuständig, erläutert den Unterschied dieser Differenz: „Eine Reduktion um 3 dB(A) Schalldruck bedeutet eine Halbierung der Gehörgefährdung. Eine Reduktion um 10 dB(A) Schallleistung bedeutet ­Halbierung der Lautstärke. Die eSwingo Messwerte sind also fast um die Hälfte tiefer wie beim Diesel-Modell. Menschen empfinden jedoch Lautstärke auch in Abhängigkeit von Frequenz und Art der Lärmquelle, daher kommt es, dass identische Geräusche unterschiedlich wahrgenommen werden.“    

Telematik-Lösungen zur Betriebsoptimierung
Die eSwingo 200+ steht auch für eine neue Generation an Telematik-Lösungen. Diese ermöglichen beispielsweise die GPS gestützte Standortbestimmung in Echtzeit, zeigen Optimierungspotential beim Fahrverhalten und der Batterieperformance auf, behalten automatisch die Serviceintervalle im Blick und lassen sich zur Routenoptimierung einsetzen. Technik, die mitdenkt, entlastet nicht nur Fahrer, sondern auch Administration.

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(V.l.n.r.): Oleg Valjavin, Fahrer der neuen Elektrokehrmaschine, Rolf Friedel, Leiter der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Heidelberg, Bürgermeister Wolfgang Erichson und Michael Kraft, Leiter des Regiebetriebs Reinigung.

Foto: Aebi Schmidt

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Der Geräuschpegel einer eSwingo liegt bei 91 dB(A), derjenige gegenüber einer herkömmlichen Swingo mit Lärmdämmpaket bei 99 dB(A). Dadurch sind mit der elektrisch betriebenen Variante auch nächtliche Kehreinsätze für das Team der Stadtreinigung möglich.

Foto: Aebi Schmidt

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Keine Leistungseinbußen bei der eSwingo im Vergleich zur dieselbetriebenen Variante.

Foto: Aebi Schmidt