zweite dienstzeit für unimogs: Weil gebraucht auch bewährt ist

Autor: Patricia Pfister , 15.06.2020

Von anderen ausrangiert, können die „Alten“ noch lange an anderer Stelle verlässlich ihren Dienst tun: Gebrauchte Unimogs erfahren eine starke Nachfrage.

Auch nach ihrer ersten Dienstzeit sind die Fahrzeuge oft gut in Schuss, die Gründe für die Ausmusterung liegen weniger an Altersschwächen, sondern meist in internen Vorgaben von Gemeinden oder Lohnunternehmen, die eine intervallmäßige Neubeschaffung von Fahrzeugen vorsehen, oder es muss ein höher motorisiertes Modell her. Doch da Unimogs so universell einsetzbar sind, findet sich so gut wie für jeden „Alten“ ein neuer Einsatzort. Zwei Beispiele aus der Steiermark zeigen die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten der gebrauchten Geräteträger.

Der Trend hin zum Unimog ist ungebrochen. Immer dann, wenn es darum geht, mehr Leistung mit weniger Manpower zu erzielen, ist es die Technik, die diesen Spagat möglich machen muss. Vielerorts wird diese Vorgabe mit der Anschaffung neuer Unimog-Modelle realisiert, nicht nur im Kommunaldienst und bei Einsatzfahrzeugen, sondern zunehmend auch in der Baubranche, der Landwirtschaft und auf der Schiene. Dort werden die Fahrzeuge bis zu 30 Jahre lang genutzt, fallweise aber auch aufgrund entsprechender Vorgaben schon nach zehn oder 15 Jahren oder gar noch früher getauscht, wenn es beispielsweise darum geht, auf ein stärkeres Modell zu wechseln. Diese für Unimog-Verhältnisse jungen Fahrzeuge eignen sich perfekt für ein weiteres Arbeitsleben, nötig dafür ist in der Regel eine umfassende Revision und die Anpassung auf das jeweilige neue Arbeitsgebiet. Seit gut einem Jahr sieht der österreichische Unimog-Vertriebspartner Pappas hier eine stark wachsende Nachfrage, die dazu geführt hat, Eintauschfahrzeuge nicht nur zu prüfen, sondern zum Teil auch gemeinsam mit Kunden neu aufzubauen. Nach Abschluss des großen Service sind die Geräteträger bereit für weitere Jahrzehnte harter Arbeit und stehen dabei den neuen Modellen hinsichtlich der Leistungsfähigkeit kaum nach. Ideale Voraussetzungen somit für all jene, die nicht auf einen Unimog als Basis, wohl aber auf die zweifellos hohen Anschaffungskosten verzichten wollen.

Keine Abhängigkeit von Subunternehmen mehr für Grazer Industrieanlage
Ein Beispiel dafür ist Bernd Macher, der als Einzelunternehmer die komplette Betreuung einer kleinen Industrieanlage im Grazer Einzugsgebiet übernommen hat. Dass er sich technisch auskennt, hat er am Steuer verschiedenster Spezialkräne genauso bewiesen wie als hauptberuflicher Kommandant einer Betriebsfeuerwehr. Nunmehr auf selbständiger Basis verantwortlich dafür, dass für die zahlreichen Mieter Strom, Wasser und Heizung sichergestellt sind, ist er es auch, der 365 Tage im Jahr saubere Zufahrtsstraßen garantieren muss. In der Vergangenheit war Bernd Macher dabei von Subunternehmern abhängig, die seine Vorstellung von qualitativ hochwertiger Arbeit nicht erfüllen konnten. Mit der Möglichkeit einen gebrauchten und dennoch maßgeschneiderten Unimog erwerben zu können, gelang es all die bisher ausgelagerten Tätigkeiten selbst zu übernehmen. Ausgerüstet mit einem ehemals in der Streckenbetreuung eingesetzten Fahrzeug und einem bei einer Versteigerung erstandenen Streuer sieht der Macher-Unimog aus wie neu. Unterstützt wird dieser Eindruck durch die in penibler Kleinarbeit erledigte Aufbereitung des Innenraums und das Aufpolieren der äußeren Hülle.

Unimog mit Spezialkran
Deutlich weniger Wert auf eine perfekte Optik legt Kevin Pirker. Der Jungunternehmer aus Sankt Gallen in der Steiermark nutzt schon seit geraumer Zeit einen U 1200 für diverse Arbeiten, mit dem gebraucht erworbenen U 400 hat für ihn dennoch ein neuer beruflicher Abschnitt begonnen. Gerüstet für den lokalen Winterdienst und stets dort im Einsatz, wo hohe Zugleistungen in Kombination mit kompakten Abmessungen gefordert sind, rüstete Pirker seinen „Gebrauchtwagen“ mit einem Spezialkran auf. Auch dieser stand gebraucht zur Wahl, wenngleich er den Anschaffungspreis des Unimogs immer noch deutlich in den Schatten stellte. Die lokale Nachfrage nach Geräteträgern mit Kran überraschte dann aber auch Kevin Pirker, der über sehr lange Arbeitstage in den letzten Monaten zu berichten weiß. Zum Einsatz kam das Fahrzeug dabei vorrangig auf Baustellen, die zum Teil für Lkws nicht erreichbar waren, egal ob der Weg zu steil, zu schmal oder einfach nur zu verwinkelt war, aber auch bei der umliegenden Industrie, wenn es galt Maschinen umzusetzen oder schwere Teile zu tauschen. Ein weiterer wesentlicher Pluspunkt des Geräteträgers: Der Wechsel von Kran zu einem vollwertigen Winterdienstfahrzeug in weniger als 20 Minuten.

Gebrauchte Unimogs stark nachgefragt
Den beiden Unimog-Kunden gemein ist, dass ihr Angebot an Dienstleistungen mit dem universell einsetzbaren Geräteträger stark nachgefragt ist und dass sie durch die Anschaffung eines Gebrauchtfahrzeuges zwar bei den Kosten, nicht aber bei der Zuverlässigkeit ihres neuen gebrauchten Arbeitsplatzes gespart haben. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist auch, dass sich beide ­Kunden ursprünglich für einen anderen Gebrauchten interessiert haben und dank der Pappas Unimog-Profis schlussendlich das wirklich passende Gerät erworben haben.

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Zwei „Gebrauchte“ im Dauereinsatz:  Die lokale Nachfrage nach Geräteträger mit Kran überraschte den kommunalen Dienstleister Kevin Pirker aus Sankt Gallen in der Steiermark.

Foto: Pappas

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Zum Einsatz kommt der U400 in Sankt Gallen vorrangig auf Baustellen, die zum Teil für Lkws nicht erreichbar sind.

Foto: Pappas

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In weniger als 20 Minuten kann der Unimog vom Trägerfahrzeug mit Spezialkran zum vollwertigen Winterdienstfahrzeug umgerüstet werden.

Foto: Pappas

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Nicht mehr auf Drittanbieter angewiesen: Statt sich mit unzufriedenstellenden Resultaten von Subunternehmen abzufinden, hat sich Bernd Macher aus Graz ganz einfach seinen eigenen Unimog aus zweiter Hand erstanden und besorgt die bisher ausgelagerten Tätigkeiten selbst.

Foto: Pappas

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Auch der Streuer für den Winterdienst war bereits in Gebrauch und sorgt in seiner zweiten Dienstzeit für eisfreie Verkehrsflächen im Grazer Einzugsgebiet.

Foto: Pappas