Energie zurückholen, Effizienz steigern: Heger Edelstahl setzt auf Wärmerückgewinnung
Bild: © Heger
Energieeffizienz beginnt dort, wo ungenutzte Wärme zurückgewonnen wird: Mit robusten Edelstahl-Wärmetauschern, hoher Fertigungstiefe und jahrzehntelanger Erfahrung im Anlagenbau entwickelt Heger effiziente Systeme zur Rückgewinnung wertvoller Abwärme – ein zentraler Baustein moderner Energieversorgung.
Maßgeschneiderte Wärmerückgewinnung für kommunale und industrielle Anlagen
Die Anforderungen an kommunale und gewerbliche Energieerzeuger steigen seit Jahren: Steigende Brennstoffpreise, ambitionierte Klimavorgaben und der Wunsch nach höherer Versorgungsstabilität erzwingen technologische Lösungen, die mehr leisten als reine Wärmeerzeugung. Einen wesentlichen Beitrag liefern heute Anlagen zur Wärmerückgewinnung – insbesondere dort, wo Biomassekessel oder industrielle Prozesse wertvolle Abwärme ungenutzt an die Umgebung abgeben würden. In diesem Umfeld hat sich Heger Edelstahl, ein Familienunternehmen aus dem oberösterreichischen Schardenberg, zu einem gefragten Partner im kommunalen und industriellen Energiesektor entwickelt. Der Schwerpunkt liegt auf Rauchgaskondensation, Glattrohrwärmetauschern und maßgeschneiderten Lösungen zur Nutzung von Prozesswärme und Abgasen. Über 200 realisierte Wärmerückgewinnungsanlagen seit 2011 zeigen, wie konsequent das Unternehmen seine Spezialisierung vorangetrieben hat. Geschäftsführer Robert Pretzl fasst die Firmenphilosophie so zusammen: „Wir machen nichts von der Stange. Jede Anlage ist ein Einzelstück – und erst fertig, wenn sie bei unserem Kunden exakt das leistet, was sie soll.“
Heger Edelstahl: Jahrzehntelange Erfahrung im Edelstahl- und Wärmetauscherbau
Heger Edelstahl wurde 1989 gegründet und hat seinen Ursprung in der Edelstahlverarbeitung. Heute umfasst das Portfolio vier zentrale Schwerpunkte, die von der Wärmerückgewinnung und Rauchgaskondensation über den Edelstahl‑Wärmetauscherbau bis hin zum Behälter- und Anlagenbau reichen. Dazu kommen maßgeschneiderte Sonderanfertigungen für industrielle und energietechnische Anwendungen, die das Leistungsspektrum abrunden. Die Fertigung findet ausschließlich in Schardenberg statt – ein strategischer Vorteil, wie Robert Pretzl betont: „Wir können Qualität nur garantieren, wenn wir vom ersten Blech bis zur letzten Schweißnaht alles selbst machen.“ Das zeigt sich auch am modernen Maschinenpark, der von Wasserstrahlschneiden über Schweißroboter bis zu großdimensionierten Einrollmaschinen für Behälterfertigung reicht.
Rauchgaskondensation im Biomasse-Heizwerk St. Lambrecht
Wie sich diese Fertigungstiefe in anspruchsvollen realen Projekten bewährt, zeigt ein Blick in die Steiermark. Das Heizwerk der Wärmeliefergemeinschaft St. Lambrecht ist seit den frühen 1990er-Jahren in Betrieb und versorgt rund 200 Kunden. Zwei Biomassekessel mit 1.000 und 2.500 kW bilden das Herz der Anlage – robust, aber nach Jahrzehnten ohne Kondensationstechnologie energetisch nicht mehr zeitgemäß. Der Betreiber wollte die Effizienz steigern, die Rücklauftemperaturen senken und die Sommer- wie Übergangszeit wirtschaftlicher abdecken. Eine Nachrüstung der Rauchgaskondensation war naheliegend – doch der Platz im bestehenden Heizhaus war äußerst knapp. Robert Pretzl fasst die Herausforderung so zusammen: „Es gab schlicht keinen Raum für einen klassischen Einbau. Also haben wir eine Lösung entwickelt, bei der der Kondensator samt Verrohrung in einen Anbau wandert – inklusive eigenem Kamin und eigenem Ventilator.“ Umgesetzt wurde eine Wärmerückgewinnungsanlage des Typs HEGC-0350-XL, mit einem großzügig dimensionierten Edelstahl-Glattrohrwärmetauscher als zentralem Bauteil. Die Anlage ist für beide Kessel ausgelegt und erreicht eine maximale Kondensationsleistung von 786 kW. Zu den Besonderheiten zählen ein kompakter Aufbau in Kreuzgegenstrombauweise, ein eigener Rauchgasventilator samt Kondensationskamin sowie eine weitgehende Vormontage im Werk, die die Installationszeit vor Ort deutlich verkürzt. Ergänzend kommen automatisierte Abreinigungssysteme, Prozesspumpen, ein Sedimentationsbehälter und die vollständige Integration in die MSR‑Technik inklusive Visualisierung hinzu.
Bis zu 20 Prozent Wirkungsgradsteigerung durch Abwärmenutzung
Die Anlage wurde im Oktober 2024 in Betrieb genommen und bereits im ersten Betriebsmonat zeigte sich ein deutlicher Effekt: Die rückgewonnene Wärme aus der Kondensation lag bei knapp 336 MWh, der Wirkungsgradzuwachs bei rund 20 Prozent. Für ein Heizwerk dieser Größenordnung ist das ein bemerkenswerter Fortschritt – zumal keine Kesseltauschkosten anfielen. Ein weiterer Vorteil: Die Kondensation senkt automatisch den Staubgehalt im Rauchgas. Florian Wallner, Geschäftsführer der Wärmeliefergemeinschaft St. Lambrecht, bestätigt die positiven Betriebserfahrungen: „Die Wärmerückgewinnungsanlage arbeitet im laufenden Betrieb äußerst zuverlässig und stabil. Sie erfüllt ihre Funktion vollumfänglich und integriert sich problemlos in den bestehenden Anlagenbetrieb. Entscheidend für einen reibungslosen Betrieb ist, dass der Netzrücklauf und die eingesetzte Materialqualität optimal aufeinander abgestimmt sind. Unter diesen Bedingungen läuft die Anlage ohne Störungen und gewährleistet eine effiziente Rückgewinnung der Abwärme.“
Abwasser als Energiequelle für industrielle Prozesse
Während Fernwärmeübergabestationen und Biomassekessel klassisches Terrain der Wärmerückgewinnung sind, liegt in der Industrie ein enormes Potenzial, das vielerorts noch ungenutzt bleibt: Abwasserwärme. Ein Beispiel dafür ist ein Projekt in der Textilindustrie, bei dem Heger Edelstahl gemeinsam mit dem Energietechnik-Spezialisten Hörburger die Energie aus heißem Prozessabwasser nutzbar macht. Im laufenden Betrieb fallen in einem Textilindustrie-Unternehmen große Mengen Abwasser mit Temperaturen von rund 85 °C an, die zur Abwasseraufbereitung abgeleitet werden. Gleichzeitig wird Frischwasser mit deutlich niedrigerer Temperatur in den Prozess zurückgeführt. Ohne Wärmerückgewinnung entsteht dadurch ein hoher Energiebedarf, um dieses Frischwasser auf das notwendige Temperaturniveau zu bringen. Heger entwickelte dafür eine mehrstufige Rohrbündel‑Wärmetauscherkaskade im Kreuz‑Gegenstromprinzip. Diese Konstruktion ermöglicht es, auch bei geringen Temperaturdifferenzen hohe Wärmeleistungen zu übertragen und die thermische Energie des Abwassers effizient zur Vorerwärmung des Frischwassers zu nutzen. Die Wärmetauscher sind als robuste Schweißkonstruktion ausgeführt und für den Dauerbetrieb unter industriellen Bedingungen dimensioniert.
Wartungsarme Edelstahl-Wärmetauscher für den Dauerbetrieb
Ein wesentlicher Faktor ist die Wartungsfreundlichkeit: Revisionsöffnungen auf beiden Seiten und große freie Querschnitte erleichtern die Reinigung und reduzieren das Risiko von Ablagerungen. Bei Bedarf kann der Wärmetauscher mit Hochdruckreiniger oder Bürsten gereinigt werden, ohne dass aufwendige Demontagen notwendig sind. Bertram Hörburger, Geschäftsführer der Hörburger GmbH & Co KG, hebt hervor: „Die Wärmetauscher-Kaskade zeichnet sich durch eine sehr wartungsarme Bauweise aus. Nach einer kompletten Betriebssaison konnte sie bei der Inspektion ohne Reinigung der Umlenkkammern und des Rohrbündels erneut in Betrieb genommen werden. Vor dem Wärmetauscher ist lediglich ein grober Beutelfilter installiert, der in regelmäßigen Abständen gereinigt wird. Die Verarbeitung und Ausführung des Wärmetauschers sind insgesamt von sehr hoher Qualität.“ Auch wenn das Beispiel aus der Textilindustrie stammt, zeigt es, wie groß das Potenzial dieser Technologie auch im kommunalen Bereich ist. Abwässer aus Kläranlagen, öffentlichen Bädern oder gewerblichen Betrieben enthalten oft erhebliche Mengen ungenutzter Wärme. Durch geeignete Wärmerückgewinnungssysteme lässt sich der Primärenergiebedarf kommunaler Infrastruktur senken, was die Betriebskosten reduziert und gleichzeitig die Rücklauftemperaturen in Fernwärmenetzen spürbar verbessert. Die Betriebsdaten aus dem Beispiel verdeutlichen die Wirkung: Das Frischwasser wird von rund 10 °C auf 75 °C vorgewärmt, das Abwasser gleichzeitig von 85 °C auf knapp 20 °C abgekühlt. Dieses Temperaturniveau reduziert den Primärenergiebedarf erheblich und entlastet die nachgeschaltete Wasseraufbereitung. Robert Pretzl dazu: „Abwasser ist eine unterschätzte Energiequelle. Die Technik ist da – es braucht nur den Mut, sie konsequent zu nutzen.“
Wärmerückgewinnung als Schlüssel moderner Wärmeversorgung
Die beiden vorgestellten Projekte stehen stellvertretend für zwei Bereiche, die in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen werden: die Effizienzsteigerung bestehender Biomasseheizwerke durch moderne Rauchgaskondensation sowie die Nutzung industrieller Abwärme, vor allem solcher, die in Abwässern verborgen liegt. Beides bietet enorme Potenziale – für Gemeinden, regionale Energieversorger und energieintensive Betriebe. Mit maßgeschneiderten Edelstahl-Wärmetauschern, hoher Fertigungstiefe und praxisnaher Erfahrung liefert Heger Lösungen, die ökologisch wirken und ökonomisch überzeugen.
Erschienen in zek KOMMUNAL, Ausgabe 4/2025







