Kreislaufwirtschaft in Gemeinden – Wege zur lokalen Ressourcenwende
Österreichs Gemeinden rücken zunehmend in den Mittelpunkt der Ressourcenwende. Sie verfügen über die entscheidenden Hebel, um Kreisläufe zu schließen, regionale Wertschöpfung zu stärken und Klimaschutz unmittelbar wirksam zu machen. Ein neues Projekt unterstützt sie dabei, solche Potenziale systematisch zu nutzen.
Kreislaufwirtschaft als strategischer Hebel für Österreichs Gemeinden
Die Kreislaufwirtschaft gewinnt in Österreichs Gemeinden an strategischer Bedeutung. Immer mehr Kommunen erkennen, dass ressourcenschonende Maßnahmen nicht nur ökologisch notwendig sind, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bringen. Die Grundlagen dafür liefert unter anderem das Ressourcen Forum Austria, das die sogenannte Ressourcenwende als zentralen Baustein für regionale Resilienz versteht. Gemeinden, so die Grundidee, können durch reparieren, wiederverwenden, teilen und regional verwerten einen erheblichen Beitrag zu Klimaschutz und Kostenreduktion leisten.
Projekt „Team Kreislaufwirtschaft“ unterstützt Kommunen bei der Ressourcenwende
Für viele kleine Gemeinden ist der Zugang zu Kreislaufwirtschaftsprojekten oft mit begrenzten Ressourcen verbunden – personell wie finanziell. Einen Impuls dazu setzt das Projekt „Team Kreislaufwirtschaft“, das im Oktober 2025 gestartet ist. Es wird vom Ressourcen Forum Austria, dem Circular Economy Forum Austria, dem Klimabündnis Österreich und dem Verein Klima-Modellregionen Österreich getragen und von der gemeinsamen Agrarpolitik der EU, des Bundes und der Länder finanziert. Ziel ist es, Gemeinden auf ihrem Weg zur Umsetzung konkreter Kreislaufwirtschaftsmaßnahmen zu begleiten. Das Projekt verfolgt mehrere Schwerpunkte: den Aufbau eines österreichweiten Beratungs- und Wissensnetzwerks, die Entwicklung eines Methodenkoffers mit praxisorientierten Tools und Leitfäden, regionale Beratungsangebote, Workshops zur Maßnahmenplanung sowie Trainingsprogramme für kommunale Entscheidungsträger:innen. Ergänzt wird dies durch eine digitale Wissensplattform und regelmäßige Fachveranstaltungen. Ein erster Höhepunkt wird der Circular Economy Summit im Mai 2026 in Graz sein.

Lokale Kreisläufe stärken regionale Wertschöpfung und Resilienz
Viele österreichische Gemeinden haben das Potenzial der Kreislaufwirtschaft bereits erkannt. Durch Reparatur-Initiativen, Wiederverwendung, regionale Wertschöpfungsketten oder Second-Life-Angebote entstehen vor Ort Lösungen, die Ressourcen schonen und gleichzeitig lokale Betriebe stärken. Florian Iro vom Ressourcen Forum Austria betont, dass genau diese kommunalen Vorzeigebeispiele nun in die Breite getragen werden sollen:
„Zahlreiche österreichische Gemeinden haben bereits erkannt, welches Potenzial die Kreislaufwirtschaft für Lebensqualität, regionale Wertschöpfung, Kosteneinsparung und Gemeinschaft bietet. Sie machen deutlich, wie zirkuläres Handeln vor Ort gelingen kann. Unser Ziel ist es, diese Erfolgsmodelle zu verbreiten und die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft in allen österreichischen Gemeinden nachhaltig zu verankern.“ Norbert Rainer, Geschäftsführer des Klimabündnis Österreich, bringt es auf den Punkt: „Geschlossene Kreisläufe sind gelebter Klimaschutz. Jede Gemeinde, die Ressourcen spart, wiederverwertet oder gemeinsam mit anderen neue Wege geht, trägt aktiv zur Senkung von Emissionen und zur Stärkung regionaler Resilienz bei.“ Sein Hinweis macht deutlich, dass Kreislaufwirtschaft nicht als isolierte Umweltmaßnahme zu betrachten ist – sie ist Teil langfristiger Klimaanpassungsstrategien.
Kreislaufwirtschaft als Chance für kommunale Zukunftsplanung
Eine gelebte Kreislaufwirtschaft bietet vielfältige Vorteile: Sie senkt Abfallmengen, spart Ressourcen, reduziert Kosten und schafft lokale Arbeitsplätze. Sie führt zudem zu resilienteren Strukturen, da Gemeinden unabhängiger von globalen Rohstoffpreisen und Lieferketten werden. Durch Beratung, Wissenstransfer und die Einbindung regionaler Akteur:innen unterstützt das Projekt „Team Kreislaufwirtschaft“ Kommunen dabei, diese Chancen strategisch zu nutzen. Langfristig eröffnet die Kreislaufwirtschaft Gemeinden neue Perspektiven: Sie reduziert nicht nur Umweltbelastungen, sondern stärkt lokale Wirtschaftskreisläufe, schafft Planungssicherheit und erhöht die regionale Widerstandsfähigkeit gegenüber globalen Marktverwerfungen. Die zentrale Aussage des Projekts lautet: Gemeinden, die heute in zirkuläre Strukturen investieren, sichern ihre Handlungsspielräume von morgen. Mit dem Projekt entsteht ein umfassender Ansatz, der Wissen, Praxis und regionale Kooperation verbindet. Gemeinden werden befähigt, konkrete Schritte hin zu zirkulären Strukturen zu setzen und die Ressourcenwende aktiv mitzugestalten. Kreislaufwirtschaft wird so zu einem zentralen Bestandteil kommunaler Zukunftsplanung – ökologisch sinnvoll, wirtschaftlich klug und regional wirksam.
Erschienen in zek KOMMUNAL, Ausgabe 4/2025