Mehr Beweglichkeit am Straßenrand: MULAG präsentiert neues FBX-Auslegersystem

12. August 2026, Lesedauer: 4 min

Bild: © Mulag

Mit dem neuen FBX-Auslegersystem präsentiert MULAG eine Frontkombination für den Straßenbetriebsdienst. Der Prototyp kombiniert über acht Meter Reichweite, große Überfahrhöhe und flexible Arbeitspositionen, um Hindernisse am Straßenrand leichter über- oder umfahren zu können und Mäh- sowie Pflegeeinsätze effizienter auszuführen.

Neues Frontauslegersystem für effiziente Mäharbeiten im Straßenbetriebsdienst

Mit dem neuen Auslegersystem FBX stellt MULAG eine Frontkombination für den Straßenbetriebsdienst vor, die Anwender bei täglichen Arbeiten am Straßenrand unterstützt. Die Produktneuheit wurde im Rahmen der IFAT 2026 in München erstmals als Prototyp präsentiert und gibt einen Ausblick auf ein neues Auslegerkonzept, das bis zur Serienreife weiter in der Praxis erprobt und optimiert wird. Ziel der Neuentwicklung ist es, Arbeitsprozesse weiter zu vereinfachen, die Flexibilität im Einsatz zu erhöhen und Anwender nachhaltig zu entlasten. Mit dem FBX erweitert MULAG sein Portfolio im Geschäftsbereich Anbaugeräte um eine weitere leistungsfähige Lösung für professionelle Anwender.

Hohe Beweglichkeit am Straßenrand

Das FBX-Auslegersystem verfügt über ein hochbewegliches, dreiteiliges Auslegersystem, große Überfahrhöhe, breite Portalgeometrie und eine Reichweite von über 8 m. Für jede Mähkopfposition stehen Auslegerstellungen zur Verfügung, um Hindernisse zu überfahren oder zu umfahren. Große Schwenkwinkel und alternative Auslegerfiguren ermöglichen eine flexible Positionierung des Arbeitswerkzeuges und eine effiziente Anpassung an unterschiedliche Arbeitspositionen. Die große Reichweite unterstützt präzise Arbeiten beim Mähen und in der Gehölzpflege.

Detailansicht der Gelenke und Hydraulikzylinder eines gelben MULAG FBX Prototyp Auslegers vor blauem Himmel.
Die Detailaufnahme zeigt die Gelenkgeometrie des FBX-Auslegersystems. Große Schwenkwinkel und obenliegende Zylinder schaffen die Grundlage für variable Auslegerstellungen und schützen die Hydraulik vor versehentlichem Kontakt.
© Mulag

Portalgeometrie erleichtert das Überfahren von Hindernissen

Ein wesentliches Merkmal des FBX-Konzepts ist die große und besonders breite Portalhöhe ohne innenliegende Hydraulikzylinder. Sie erlaubt das problemlose Überfahren von Hindernissen, dabei wird die Hydraulik gut gegen versehentlichen Kontakt geschützt. Die integrierte Querverschiebung unterstützt zusätzlich die flexible Positionierung des Arbeitswerkzeuges sowie das Um- und Überfahren von Hindernissen im Bankett.

Technische Basis des FBX-Systems

Der FBX kann kompakt transportiert werden, entweder frontseitig zusammengeklappt oder über dem Dach des Trägerfahrzeuges geparkt. Beide Transportpositionen ermöglichen den Einsatz unterschiedlicher Arbeitsgeräte und eine flexible Anpassung an verschiedene Trägerfahrzeuge. Die große Überfahrhöhe und Portalbreite resultiert aus der obenliegenden Anordnung der Knickzylinder, die zugleich vor Beschädigungen durch Hindernisse schützt. In der technischen Ausführung ist der FBX auf den Frontanbau ausgelegt. Die Transportbreite beträgt 2.500 mm, die Reichweite liegt bei über 8,0 m und die maximale Überfahrhöhe bei 3,2 m. Durch optimierte Gleitführungen mit nachstellbaren Kunststoffgleitsegmenten arbeitet die serienmäßige Querverschiebung des Auslegersystems ruckelfrei und präzise. Der einteilige Grundrahmen bildet die Basis für die Anbindung des Verschiebeschlittens sowie des Randstreifenmähgerätes. Ein separater Hydrauliktank ist darin geschützt integriert, ebenso weitere Komponenten wie Öl-Luft-Kühlanlage, Hydraulikventile und elektronische Steuerungskomponenten. Angeschraubte Klauen und integrierte Schwenkschrauben stellen die feste Verbindung zur Frontanbauplatte des Trägerfahrzeuges sicher.

Mulag FBX Prototyp und MHU 900 Mähgerät in Frontansicht an einem Unimog auf einem Feldweg im Einsatz.
Der FBX-Prototyp von MULAG bringt große Beweglichkeit in den Straßenbetriebsdienst: Das Auslegersystem ist auf flexible Mäh- und Pflegearbeiten entlang von Wegen, Böschungen und Banketten ausgelegt.
© Mulag

Hydraulik für vielfältige Anforderungen

Die Hydraulikanlage des FBX ist modular aufgebaut und kann an die unterschiedlichen Voraussetzungen des Trägerfahrzeuges angepasst werden. Beim Antrieb über die Frontzapfwelle wird ein geschraubter Hydrauliktank mit neuartiger Rücklauffiltration und verbesserter Ölentgasung eingesetzt. Dies erhöht die Sicherheit vor Kavitation, reduziert die erforderliche Ölmenge und senkt den Wartungsaufwand. Mehrere Hydraulikkreise werden sicher versorgt und durch ein abgestimmtes Kühlkonzept dauerhaft zuverlässig betrieben.

Elektronische Steuerung unterstützt präzises Arbeiten

Die elektronische Steuerung mlcontrol 5.0 ermöglicht in Verbindung mit der Auslegerentlastungsregelung mltronic eine ­präzise Bedienung in schwierigem Gelände. Die konsequente Nutzung der CAN-Bus-Technologie in der Steuerung sowie die Sensorüberwachung aller Steuerbewegungen ermöglichen optimierte Assistenzsysteme. Zur Ausstattung zählen Parkassistenz, Auslegerentlastungsassistenz und Tastautomatik. Das Kommunikationsprotokoll basiert auf CAN-BUS, die Steuerung erfolgt über eine elektro-hydraulische Proportionalsteuerung.

Flexibler Einsatz auf beiden Fahrzeugseiten

Der Ausleger ermöglicht Arbeiten auf der rechten und linken Seite und bietet hohe Flexibilität im Einsatz. Die beidseitige Einsatzfähigkeit erlaubt eine effiziente Anpassung an unterschiedliche Arbeitssituationen, ohne das Fahrzeug neu positionieren zu müssen. Arbeiten in Rechts- und Linksrichtung erleichtern insbesondere Einsätze entlang von Straßen, Wegen und schwer zugänglichen Bereichen. Optimierte Arbeitsabläufe reduzieren den Zeitaufwand und erweitern die Einsatzmöglichkeiten.

„Insgesamt lassen die innovativen Eigenschaften des FBX-Auslegersystems sehr flexible Einsatzmöglichkeiten zu. Bei der Neuentwicklung standen von Anfang an die Anforderungen der Anwender im Mittelpunkt“, erklärt Geschäftsführer Holger Wössner. „Mit unserem neuen FBX wird der Straßenbetriebsdienst deutlich effizienter und wirtschaftlicher.“

Erschienen in zek KOMMUNAL, Ausgabe 2/2026