70 Jahre Eschlböck: Vom Landmaschinenbau zum Hacker-Spezialisten

29. Oktober 2026, Lesedauer: 5 min

Bild: © Eschlböck

Was 1956 mit selbst entwickelten Landmaschinen begann, hat sich über sieben Jahrzehnte zu einem international tätigen Spezialisten für Holzhacktechnik entwickelt. Beim traditionellen Biberfest am Stammsitz in Prambachkirchen feierte Eschlböck nun sein 70-jähriges Bestehen. Mehr als 1.000 Besucher aus 23 Ländern kamen nach Oberösterreich, wo neben dem Blick zurück vor allem neue Produktionskapazitäten und aktuelle Maschinentechnik im Mittelpunkt standen.

Zwei Männer führen einen Baumstamm in einen roten Eschlböck Biber 6 Holzhäcksler ein, der Hackschnitzel auf einen Anhänger bläst.
Das Programm der handbeschickten Hacker reicht vom Biber 2 bis zum Biber 6.
© Eschlböck

Sieben Jahrzehnte Maschinenbau aus Oberösterreich

Als Rudolf Eschlböck 1956 sein Unternehmen gründete, waren Holzhackmaschinen noch kein Thema. Der Landwirtssohn entwickelte und produzierte zunächst Maschinen für die Landwirtschaft, darunter Ladewagen, Düngerstreuer und Sämaschinen. Seit 1978 produziert Eschlböck Holzhackmaschinen und richtete den Betrieb in den folgenden Jahren zunehmend auf die Holzzerkleinerung aus.

Fokus auf Holzhackmaschinen

Rudolf und Maria Eschlböck führten das Unternehmen in zweiter Generation weiter und bauten die Holzhacktechnik zum zentralen Geschäftsfeld aus. „In den 80ern wurde von Holz als Abfall gesprochen. Mit der Spezialisierung auf Holzhackmaschinen wollten wir in einem Nischenmarkt der Beste sein – mit Qualität und Technologieführerschaft“, erinnert sich Maria Eschlböck. Im Zuge der technischen Weiterentwicklung wuchs auch das Maschinenprogramm. Eschlböck entwickelte sowohl Scheibenrad- als auch Trommelhacker weiter und deckt heute ein breites Einsatzspektrum ab: vom handbeschickten Hacker für Landschaftspflege und Kommunaleinsatz über zapfwellengetriebene Maschinen bis hin zu Großhackern und selbstfahrenden Lösungen.Parallel dazu wurde das Unternehmen internationaler: Niederlassungen beziehungsweise Gesellschaften entstanden unter anderem in Deutschland und Tschechien. Heute beschäftigt Eschlböck 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Österreich, weitere 20 in Tschechien und sieben in Deutschland. Seit 2023 liegt die Geschäftsführung in den Händen der dritten Generation mit Eva Eschlböck, Alexander Eschlböck-Kumschier und Reinhard Eschlböck.

Familie und Ehrengäste in Tracht vor einer Eschlböck Biber Holzhackmaschine in einer Industriehalle.
Drei Generationen und zahlreiche Wegbegleiter feierten gemeinsam das 70-jährige Bestehen des Familienunternehmens Eschlböck.
© Eschlböck

Jubiläumsfeier beim Biberfest

Das Biberfest 2026 bot den passenden Rahmen für das 70-jährige Bestehen. Mehr als 1.000 Besucher aus 23 Ländern kamen nach Prambachkirchen. Der Vormittag war Fachthemen vorbehalten: In Vorträgen ging es unter anderem um die Wirtschaftlichkeit von Hackeinsätzen, die Zertifizierung von Hackgut und die Frage nach der künftigen Verfügbarkeit von Wald und Biomasse. Ergänzt wurde das Programm durch Workshops, Infopoints, Werksführungen und den Erfahrungsaustausch mit Partnerunternehmen. Beim anschließenden Festakt blickten die Geschäftsführer Reinhard Eschlböck, Eva Eschlböck und Alexander Eschlböck-Kumschier auf siebzig Jahre Firmengeschichte zurück und bedankten sich bei Rudolf und Maria Eschlböck, die das Unternehmen über mehr als vier Jahrzehnte zum Spezialisten für Holzhackmaschinen aufgebaut und weiterentwickelt hatten. Landtagspräsident Max Hiegelsberger verwies in seinen Grußworten auf die Bedeutung Oberösterreichs als Biomasseregion. Mit einem Exportanteil von 85 Prozent trägt Eschlböck dazu bei, diese Kompetenz weit über Österreich hinauszutragen.

Mitarbeiter in roten und schwarzen Poloshirts formen in einer Industriehalle das Logo der Firma.
70 Jahre Eschlböck: Die Belegschaft formierte sich passend zum Firmenjubiläum.
© Eschlböck

Eschlböck erweitert Produktionskapazitäten in Prambachkirchen

Dass beim Jubiläum nicht nur zurückgeblickt wurde, zeigte sich unmittelbar am Stammsitz: Im Rahmen des Biberfests wurden auch die neuen Produktions- und Lagerhallen eröffnet und gesegnet. Auf insgesamt 4.500 m² entstand ein neues Montagekonzept für Lkw- und Zapfwellenhacker. Die bisherige Standplatzmontage wird dabei durch Montagelinien ersetzt. Hinzu kommt eine Lagerhalle mit 4.000 Palettenstellplätzen. Rund zehn Millionen Euro wurden in die Erweiterung investiert. Die derzeitige Produktionskapazität von rund 50 Maschinen soll durch die neuen Strukturen zunächst schrittweise um 50 Prozent steigen; darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer Verdopplung.

Vom Kompakthacker bis zum Biber 110

Ein zentraler Bestandteil des Biberfests waren auch diesmal die traditionellen Demovorführungen. Ein eigener Schwerpunkt galt Händlern und Spezialisten aus dem Garten- und Landschaftsbau. Vorgeführt wurden dort die handbeschickten Kompakthacker der Baureihen Biber 2 bis Biber 6. Bei den Großmaschinen reichte das Spektrum über sechs Baureihen vom Biber 60 bis zum Flaggschiff Biber 110. Insgesamt zeigte Eschlböck sieben Aufbauvarianten, vom zapfwellenangetriebenen Hacker bis zum Biber Powertruck.

Publikum beobachtet Vorführung roter Holzhacker und Traktoren auf einer Wiese bei einer Forsttechnik-Messe im Freien.
Ein eigener Schwerpunkt des Biberfests galt den handbeschickten Kompakthackern, die vor allem im Garten- und Landschaftsbau sowie im kommunalen Bereich eingesetzt werden.
© Eschlböck

Neuer Biber 96 feiert Premiere

Erstmals vorgestellt wurde die neue Baureihe Biber 96. Mit einer Einzugsöffnung von 122 × 85 cm ist er der größte zapfwellenangetriebene Hacker von Eschlböck. Entwickelt wurde die Maschine für die laufende Leistungssteigerung moderner Traktoren. Ausgestattet mit einer Tandemachse bis 80 km/h und ohne Überbreite von maximal 2,55 m ist der kompakt gebaute Biber 96 auch für schnelle Überstellungsfahrten ausgelegt. Die neue Konstruktion des klappbaren Trommelkastens ermöglicht einen einfachen und schnellen Wechsel des Siebkorbs mit dem Kran.

Eschlböck Biber 96 Holzhacker mit Palfinger Kran und grüner Fendt Traktor vor Publikum bei einer Forsttechnik-Vorführung.
Premiere beim Biberfest: Mit dem neuen Biber 96 präsentierte Eschlböck seinen bislang größten zapfwellenangetriebenen Holzhacker.
© Eschlböck

Biberfest als Branchentreffpunkt

Nach den Vorführungen verlagerte sich der fachliche Austausch schließlich ins Festzelt. Bei Grillhendl und kühlen Getränken wurden Technikdetails diskutiert, Erfahrungen geteilt und über aktuelle Entwicklungen gefachsimpelt. Bis in die späten Abendstunden wurde gemeinsam das Biberfest 2026 gefeiert. Für Eschlböck verband die Veranstaltung den Rückblick auf sieben Jahrzehnte Unternehmensgeschichte und die Präsentation jener neuen Produktionsstrukturen und Maschinenentwicklungen, mit denen der Familienbetrieb in die nächste Phase geht.

Erschienen in zek KOMMUNAL, Ausgabe 3/2026