schnelleres schneeverladen in mariazell dank leistungsstarker zaugg-schneefrässchleuder

Autor: Patricia Pfister , 27.09.2021

Bei der Suche nach Ersatz für die ausgediente Schneefrässchleuder wollte der Bauhof von Mariazell nicht einfach nur eine adäquate Neuanschaffung, sondern noch an möglichen Optimierungsschrauben drehen

– denn es konnte noch bei der Verladezeit nachgebessert werden. Seit vergangenen Winter sorgt nun eine leistungsstarke Schneefrässchleuder von Zaugg mittels beschleunigtem Durchsatz für den schnelleren Abtransport der Schneemassen aus dem steirischen Wallfahrtsort.

Ganze 180 Lkw-Fuhren voll Schnee – das war der nervenaufreibende Tagesrekord im besonders niederschlagsreichen Winter 2018/2019. „Unsere Mitarbeiter haben damals von 3 Uhr früh bis spät abends mit nur kurzer Pause durchgearbeitet, um die Schneemassen aus Mariazell zu bekommen“, berichtet Florian Grießl, Bauhofleiter der steirischen Gemeinde. An die Grenzen kamen aber nicht nur die Winterdienstler aufgrund der ausgedehnten Schicht, sondern auch das Arbeitsgerät. Die alte Schneefrässchleuder hatte das Ende ihrer Dienstzeit erreicht: Sandabrieb durch Split sowie so mancher in die Maschine geratener Eisbrocken hatten ihr zugesetzt. Deswegen war die oberste Priorität bei der Kaufentscheidung: Robustheit. Dieses Kriterium erfüllen dank ihrer massiven Bauweise die Schneefrässchleudern des Schweizer Winterdienstherstellers Zaugg voll und ganz. Bei der Entscheidung stützte sich der Bauhofleiter einerseits auf die durchwegs positiven Referenzen, andererseits überzeugte vor allem ein vom österreichischen Partnerunternehmen Reiter Luttnig organisierter Lokalaugenschein in Seefeld in Tirol, bei dem genau das anvisierte Modell vorgeführt wurde. Das damals präsentierte Gerät war die 246 cm breite Schneefrässchleuder SF 90-85-R-246 KS von Zaugg. Hierbei handelt es sich um eine kombinierte Konstruktion mit Fräshaspel und Schleuderrad. Durch unterschiedliche Stirnrad- und Planetengetriebe ist es möglich, die Schleuderrad-Drehzahl auf die Zapfwellen-Drehzahl abzustimmen. Über diese Getriebe können auch der Höhenunterschied zum Zapfwellenanschluss am Trägerfahrzeug ausgeglichen und die Drehrichtung angepasst werden. Sie erlauben es zudem, dass die Schneefrässchleuder so nah wie möglich am Fahrzeug angebaut wird. Die neue Schneefrässchleuder ist wie zugeschnitten auf das Trägerfahrzeug – ein Fendt 313 Vario mit 130 PS –, könnte aber jederzeit an einen anderen Traktor via Dreipunktaufnahme mit Fronthydraulik angedockt werden. „Mit minimalen Abänderungen kann jeder Traktor in dieser PS-Klasse die Fräse aufnehmen – das war für mich ein Entscheidungskriterium: Dass die Fräse auch mit anderen Trägerfahrzeugen kompatibel ist, falls es beim Fendt zu einem Ausfall kommen sollte und wir auf ein Leihfahrzeug angewiesen wären“, führt Florian Grießl aus. „Besonders abgelegene Gemeinden wie unsere brauchen diese Sicherheit.“    

Problemloses ausfräsen von engen Gassen    
Die Schneefrässchleuder erweist sich nicht nur passend für das Trägerfahrzeug, sondern entspricht insbesondere auch den Anforderungen der Gemeinde an den Winterdienst. Die Größe und Leistungsfähigkeit zeigt sich als ideal für den Einsatz im Ortskern von Mariazell: Um die teils engen und steil aufsteigenden Wege – so haben beispielsweise einige Straßen in der Umgebung der Basilika eine Steigung von bis zu 25 Prozent – von Schneewällen freizuräumen, braucht es ein wendiges Gerät. Die ­Modell-Dimension wurde diesem Umstand angepasst, gleichzeitig bringt die Winterdienstgerätschaft die nötige Leistung mit, um auch mit meterhohen Schneewällen fertig zu werden.     

Verladetempo wird gesteigert    
Zwar konnte der Bauhofleiter seit seinem Dienstantritt vor 19 Jahren durch andere Maßnahmen die maximale Menge des aus den Gemeindestraßen beförderten Schnee schon von 60 auf 180 Lkw-Fuhren verdreifachen, doch er fand noch einen Hebel, den Winterdienst weiter zu optimieren: die Verladezeit zu beschleunigen. Zwei bis drei Lkws sind bei Schneeabtransporten im Gebrauch. Bedingt durch die nur kurze Strecke vom Einsatzort zum zentral gelegenen Schneeabladeplatz und zurück, kam es in der Vergangenheit zu Stehzeiten, die nun vermieden werden können: Die Schneeverladung mit der Zaugg-Schneefrässchleuder dauert bis der Lkw voll beladen ist, je nach Art und Menge des zwischen Straße und Gehsteig liegenden Seitenwalls, nur 20 bis 40 Sekunden (gemessen bei ca. 20 cm Neuschnee). Außerdem wird durch die Anordnung von Fräshaspeln und Schleuderrad bei abgestimmter Fahrgeschwindigkeit die ideale Menge verdichteter Schnee dem Schleuderrad zugeführt, wodurch beim allfälligen Verladen weniger Platz auf dem Lkw beansprucht wird und die Häufigkeit von Abtransporten abnimmt – was wiederum zusätzlich Zeit spart. „Die neue Fräse hat mehr Leistung und Durchsatz – und dank der weggefallenen Stehzeiten steigert sich die Effektivität“, fasst Florian Grießl zusammen.    

Präzise Verladung dank Teleskopkamin    
Der Schnee passiert bei der Verladung auf die Lkw-Pritsche einen teleskopierbaren Kamin, der sich bis auf 3,80 m erhöhen lässt. Damit können die vor der Schneefrässchleuder fahrenden Lkws präzise und rationell ­beladen werden. Als weitere hilfreiche Zusatzausstattung erweist sich die Klappschar, die beim Überfahren von Hindernissen das gesamte Gerät anhebt und somit Schneefrässchleuder und Trägerfahrzeug vor Schäden bewahrt. Besonders während der Frost-Tau-­Periode hebt und senkt sich der Straßenkörper, während der Kanaldeckel an gleicher Stelle bleibt – die dabei entstehende oft nur 1 cm große Höhendifferenz bildet bereits ein Hindernis, das das Winterdienstgerät bei der Überfahrt beschädigen könnte.    

Freie Sicht während der Fahrt    
So beschaulich sich der Wallfahrtsort Mariazell mit seinen rund 3.800 Einwohnern auch präsentiert – nach einer Zusammenlegung mit noch drei weiteren Orten 2015 ist die Gemeinde mit 414 m2 die flächenmäßig drittgrößte Österreichs mit dementsprechend langen Strecken zu den Einsatzorten. Und auch, wenn die Schneefrässchleuder vorrangig im Ortskern von Mariazell zum Einsatz kommt, sind schnelle und sichere Fahrten zwischen den einzelnen Gemeindeteilen wichtig. Hilfreich ist dabei der umklappbare Kamin, der freie Sicht während der Fahrt gewährt.    

Positives Resümee nach erster Wintersaison    
Bauhofleiter Florian Grießl ist nach dem ersten Einsatzwinter sehr zufrieden mit seiner Kaufentscheidung und ist zuversichtlich, dass die Schneefrässchleuder noch mindestens weitere 25 Jahre ihren Dienst verrichten wird – und dabei hilft, durchschnittlich 3.000 bis 4.000 Lkw-Fuhren Schnee pro Jahr von den Gemeindestraßen von Mariazell zu schaffen.

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Das Team des Bauhofs Mariazell bei der Übergabe der neuen Schneefrässchleuder SF 90-85-R-246 KS von Zaugg.

Foto: Bauhof Mariazell

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Die Schneefrässchleuder SF 90-85-R-246 KS ist perfekt auf das Trägerfahrzeug – einen Fendt 313 Vario – abgestimmt.

Foto: Bauhof Mariazell

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Bei den teils engen Straßen im Ortszentrum von Mariazell muss der Fahrer über Fingerspitzengefühl und die Schneefrässchleuder über Wendigkeit verfügen.

Foto: Bauhof Mariazell

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Innerhalb von nur 20 bis 40 Sekunden ist die Pritsche des Lkws voll mit Schnee beladen und bereit für den Abtransport

Foto: Bauhof Mariazell

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Dank Teleskopkamin ist ein präzises Verladen des Schnees problemlos möglich.

Foto: Bauhof Mariazell