stangl reinigungstechnik: vom regionalen reinigungsanbieter zum kommunalen Profi

Autor: Patricia Pfister , 17.02.2020

Den Anstoß in die Kommunalbranche einzusteigen, gab beim zuvor einzig auf die Reinigungstechnik spezialisierten Premium­-Anbieter Stangl ein mehr als zufriedener Lieferant.

Dabei handelt es sich um den deutschen Geräteträgerhersteller Hako. Dieser war vom Vertrieb am österreichischen Markt durch Stangl so sehr überzeugt, dass er dem Straßwalchener Unternehmen weitere Geräte seiner Produktpalette aus der Kommunaltechnik antrug – und dieses zu Hakos Generalvertreter in Österreich wurde. Heute ist die Kommunalsparte ein (ge)wichtiger Part im schnellwachsenden Unternehmen.

Damit das Unternehmen Stangl Reinigungstechnik zu einer nationalen Größe in der Kommunaltechnikbranche werden konnte, musste es zu einer Verkettung mehrerer Umstände kommen. 1981 kam es zur Unternehmensgründung durch die vier Geschwister Stangl in Straßwalchen nahe Salzburg und begann als klassische „Garagenfirma“, deren Sortiment alles umfasste, was zur Reinigung in Betriebshallen & Co. gebraucht wird – vom Industriesauger bis hin zum Putzmittel. Die erstgenannte Produktgruppe sorgte auch für einen gewaltigen Wachstumsschub: Mit den zuverlässigen und starken Industriesaugern von Ruwac konnte Stangl von Anfang an bei gewerblichen und industriellen Kunden Fuß fassen und wurde in wenigen Jahren vom regionalen Vertrieb für Reinigungsmaschinen zum österreichweit tätigem Unternehmen. Fast genau 20 Jahre nach der Gründung legte Stangl mit dem Wechsel des Hauptlieferanten für Bodenreinigungs- und Kehrmaschinen zum deutschen Qualitätshersteller Hako, den Grundstein für den weiteren Erfolg. Denn neben den hochwertigen Reinigungsgeräten ist Hako auch für seine Kommunaltechnik bekannt. Es dauerte nicht sehr lange bis der deutsche Hersteller das Verkaufs- und Vertriebspotenzial von Stangl erkannte und mit dem Vorschlag an das Unternehmen herantrat, dass Stangl auch die Generalvertretung der Hako-Tochter Multicar in Österreich übernehmen sollte und damit in das Kommunaltechnik-Geschäft einsteigt. Die Erfahrungen, die bis zum Zeitpunkt im österreichweitem Vertrieb und Service in der Reinigungsbranche gesammelt und das Vertriebsnetz, das kontinuierlich gewachsen ist, konnten dann im Kommunalbereich genutzt werden – wenn auch nicht eins zu eins umgelegt. „Man war damals etwas blauäugig“, schmunzelt Harald Vogl, Leiter der Kommunaltechnik bei Stangl. „Die Maschinen waren zu groß für die vorhandene Struktur, die Kaufabwicklung mit Gemeinden durch die politische Steuerung wesentlich bürokratischer und zeitaufwendiger“, zählt er die Unterschiede zur Reinigungstechnik in der Privatwirtschaft auf. Seit der Bedienung der Sparte Kommunaltechnik vor zwölf Jahren konnte sich das Unternehmen im Markt aber bestens etablieren: Heute ist Stangl etwa beim Verkauf des Citymaster 1600 von Hako mit 78 Prozent unangetasteter Marktführer in Österreich. Geschuldet ist das unter anderem sicherlich der Begeisterung der Mannschaft – allen voran Harald Vogls – für den multifunktionalen Geräteträger: „Für mich persönlich ist das Fahrzeugkonzept einfach genial.“ Dabei handelt es sich um eines von mehreren Modellen der Hako-Flotte, die mit dem Schnellwechselsystem ausgestattet wurden. Damit können die Geräteträger innerhalb kürzester Zeit beispielsweise von der Kehr- zur Mähmaschine umgerüstet werden. Der Begriff „schnell“ war in der Vergangenheit ein recht dehnbarer Begriff, schließlich wurden vor rund zehn Jahren noch Systeme verschiedener Anbieter als Schnellwechselsystem bezeichnet, die in vier Stunden und mehr den Tausch verschiedener Anbaugeräte ermöglichte. Außerdem waren mit der Multifunktionalität einige Kompromisse einzugehen, die verschiedenen Einsatz­varianten konnten qualitativ nicht mit jenen der spezialisierten Maschinen mithalten. „Dadurch waren multifunk­tio­nelle Geräte in Verruf, doch der heutige Praxisaugenschein überzeugt von der Qualität“, erläutert Harald Vogl. Selbst bei Parallelvorführungen mit Konkurrenzprodukten könne die Geräte­träger-­Flotte stets positiv abschneiden. Ausschlaggebend ist sicher das bedeutend kleinere Zeitfenster für den Gerätewechsel: Innerhalb von nur zehn Minuten ist ein Mann fähig beispielsweise eine Kehrmaschine in ein betriebsbereites Winterdienstgerät umzuwandeln – so stellte es das Unternehmen per Stoppuhr fest.    

Neues Geschäftsfeld Kommunaltechnik
Die fehlenden Voraussetzungen bei der Aufnahme der Sparte Kommunaltechnik holte Stangl rasch auf: Für die benötigte technische Kompetenz wurde ein spezialisiertes Team aufgestellt, der benötigte Platz wurde peau à peau generiert: Von der ehemaligen Garage wechselte man bereits 1989 in das bis heute existierende, nur wenige Meter von der „Gründergarage“ entfernte Stammhaus. Als das durch die raum­einnehmende Kommunaltechnik das Gebäude 2011 schier aus allen Nähten zu platzen drohte, baute man eine eigens ­ für diesen Geschäftsbereich reservierte Werks­halle. Kaum fünf Jahre später wiederholte sich durch den kontinuierlichen Wachstum des Unternehmens die Situation: Diesmal wurde ein ganzer Gebäudekomplex an die bestehenden Objekte angebaut, das neue Kundendienst und Logistikzentrum von Stangl. Damit hat sich die Fläche in Straßwalchen auf nunmehr 7.450 m² mehr als verdoppelt. Ganze 8.500 verschiedene Ersatzteile sind in den Werkshallen eingelagert, 97 Prozent aller Hako-Ersatzteile können durch die umfangreiche Bestückung innerhalb von 24 Stunden geliefert werden.     

Rasch wachsendes Unternehmen    
Neben dem Stammhaus in Straßwalchen, das für den Westen Österreichs zuständig ist, konnten sich auch die Niederlassungen im niederösterreichischem Vösendorf (Ost-­Öster­reich) und im steirischem Traboch (Süd-Österreich) etablieren. Dementsprechende wuchs auch die Anzahl der Mitarbeiter von 94 im Jahr 2008 auf nunmehr 157. Die Mitarbeiter sind auch neben dem Vorwärtsdenken der Unternehmerfamilie und der Investitionsfreude der Schlüssel zum Erfolg von Stangl. Die Mitarbeiterbindung ist dem Unternehmen dementsprechend ein besonders großes Anliegen, die mit einem angenehmen Arbeitsklima und Mitarbeiterentwicklung durch laufend angeboten Schulungen gefestigt wird. Was eine niedrige Fluktuationsrate zur Folge hat, was wiederum dem Kunden Stabilität vermittelt und die Sicherheit signalisiert, dass die vor Ort den Kunden unterstützenden Techniker dementsprechend technisch versiert sind. Allein die sieben Vorführtechniker in der Reinigungssparte kommen gemeinsam auf insgesamt 110 Dienstjahre bei Stangl. „Bei uns kauft der Kunde nicht nur Ware, er erhält Rahmenbedingungen, die wir solange die Maschine in Gebrauch ist, bieten. Wir gewährleisten eine ordentliche Betreuung in der Geschwindigkeit, die gefordert wird“, erklärt der Leiter der Kommunaltechnik das Alleinstellungsmerkmal von Stangl. „Kunden erzählen uns manchmal, dass das der eine oder andere Mitbewerber anders handhabt. Von uns aber wird ein Mechaniker gestellt, der die Montage übernimmt, die Funktionen überprüft und erst dann die Maschine übergibt.“ Außerdem werden die Kunden bei der Übergabe noch eingeschult. Nach der Lieferung geht der Service weiter, eine starke Betreuung persönlich und per Telefon hat große Priorität. Auch wird das Unternehmen proaktiv tätig: „Wir nennen die nächsten Servicetermine, übernehmen wenn gewünscht die Wartung, fragen die Zufriedenheit ab.“ Das hat auch Vorteile für das Unternehmen: „Man erfährt auch sehr viel: Die Schere zwischen Fremd- und Eigenwahrnehmung wird geschlossen und man kann eingreifen, wenn es eine negative Tendenz gibt. Dadurch wird Kundenbindung generiert.“ Die Spezialisierung der Mitarbeiter wird vom Unternehmen auch als wesentlicher Erfolgsfaktor gesehen. Allen drei Geschäftsbereichen – neben den Sparten Reinigungs- sowie Kommunaltechnik gibt es noch den Geschäftsbereich Hygiene – ist eins gemeinsam: Jeder hat eine eigene Vertriebs- und Technikermannschaft.

Besondere Herausforderung Winterdienst
Eine besondere Herausforderung für Stangl ist der Winterdienst: „Präventiv rufen wir die Kunden vor dem Wintereinbruch an – und bei diesen Telefonaten kommt beispielsweise heraus, dass die Schürfleisten vom Schneepflug nicht mehr auffindbar sind oder ein Hydraulikschlauch abgerissen ist“, berichtet Harald Vogl. „Meist fehlen jedoch einfach funktionstüchtige Schürfleisten für den Schneepflug.“ Durch einen 24-Stunden Telefon-Support oder rasche Ersatzteillieferung können die Gemeinden meist reibungslos in den Winterdienst starten. Dafür gibt es auch mit den ­Lieferanten Abkommen, wie schnell die Reaktionszeiten zu sein haben. Handelt es sich etwa um einen Motorschaden, kümmern sich die Techniker in den Stangl-Niederlassungen um die Reparatur. Für Notfälle werden Leihmaschinen vergeben. „Für den Kunden ist wichtig, dass jederzeit jemand Unterstützung bietet und man nicht bis Montag warten muss.“ So kommt es insbesondere im Winter zu Express-Lieferungen benötigter Teile auch am Wochenende.    

Heute Premium-Anbieter in der Kommunaltechnik
Nach rund zwölf Jahren in der Kommunalbranche hat das Straßwalchener Unternehmen seinen Stand gefestigt, heute umfasst die Kommunalsparte rund ein Drittel des Geschäfts. Dabei will das Unternehmen – ob im Winterdienst oder im Straßendienst – den kommunalen Ansprüchen gerecht werden: Etwa den Wunsch nach besonders effizientem Arbeitsprozessen genauso wie jenen der Gemeindemitarbeiter nach einem Arbeitsplatz, der die harte Arbeit auf der Straße komfortabler macht. Das gelingt unter anderem durch das hochwertige Angebot an Gerätschaften genauso wie durch das umfangreiche Serviceangebot. „Stangl ist ein Premiumanbieter, das transportieren wir in alle Richtungen – vom Auftreten, von den Maschinen, der Betreuung unserer Kunden und von der Philosophie her“, fasst Harald Vogl abschließend zusammen.

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Nach der ersten Erweiterung des Stammhauses um eine weitere Halle pünktlich zum 30. Firmenjubiläum 2011 folgte letztes Jahr der Einzug in das neue Logistik- und Kundendienstzentrum. Insgesamt wurde die Stangl-Zentrale um 4.300 m2 erweitert.

Foto: Stangl

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Harald Vogl, Leiter der Kommunaltechnik bei Stangl, neben dem Bestseller Citymaster 1600 von Hako.

Foto: zek

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Eine besondere Herausforderung für Stangl ist der Winterdienst. Durch einen 24-Stunden Telefon-Support oder rasche Ersatzteillieferung können die Gemeinden meist reibungslos in den Winterdienst starten. Dafür gibt es auch mit den Lieferanten Abkommen, wie schnell die Reaktionszeiten zu sein haben.

Foto: zek

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8.500 Ersatzteile sind in den Werkshallen eingelagert.

Foto: Stangl

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Handelt es sich um gröbere Blessuren der Geräte, werden diese in die jeweilige Stangl-Niederlassung zur Reparatur gebracht.

Foto: Stangl