Westa 950: auf den unimog abgestimmte Schneefräse

Autor: Patricia Pfister , 14.03.2022

Der Unimog findet sich als vielseitiges Kommunalfahrzeug im Fuhrpark unzähliger Bauhöfe. Neben vielen Tätigkeiten bewährt er sich auch im Winterdienst.

Eigens für den beliebten Geräteträger hat nun der Allgäuer Winterdienstspezialist Westa die Schneefrässchleuder Typ 950 konstruiert. Diese punktet nicht nur mit der optimalen Anpassung an den Unimog, sondern auch mit hoher Leistungskraft und einer Übersichtlichkeit, die für Sicherheit sorgt.

Vor genau 40 Jahren wurde die erste Schneefräse des Winterdienstmaschinen-Herstellers Westa ausgeliefert. Ein Landwirt aus der Region trat an Alois Weber heran, er möge ihm doch eine Fräse für seinen Traktor konzipieren. Mit der Schneefräse für damals 5.000 D-Mark war der Grundstein für das Allgäuer Unternehmen und die Fräsmaschinenproduktion gelegt. Vier Dekaden später ist das Gerät immer noch im Einsatz. „Fotogen ist das Teil nicht“, meint der Geschäftsführer Alois Weber schmunzelnd. Denn bis heute hat sich an der Konstruktionsweise und am Erscheinungsbild einiges geändert. Aber die grundlegende Technologie war schon damals ideal angelegt. Aus der Firma, die 1981 als kleiner Stahlbau- und Schlossereibetrieb begonnen hat, ist mittlerweile ein Unternehmen mit weltweitem Vertrieb geworden. Heute liefert das Unternehmen bis nach Übersee. Zwar finden sich die meisten Winterdienstgerätschaften von Westa im alpinen Raum, hauptsächlich in Deutschland, Österreich, Südtirol und der Schweiz, doch sogar in Japan, Georgien oder Island finden sich Abnehmer. Der Vertrieb für Schneefräsen wurde in den letzten Jahren weltweit durch neue Händler in der Türkei, in Russland, Indien, Kanada und weiteren Länder weiter ausgebaut. „Wir konstruieren bis heute innovative Produkte, die den Arbeitsalltag unserer weltweiten Kunden erleichtern und die Effizienz beim Schneeräumen steigern“, so Alois Weber. Die Westa-Ingenieure arbeiten ständig an der Optimierung und Verbesserung der Produkte. Neue Geräte und Innovationen werden von Fachkräften im Stammwerk im Allgäuer Weitnau mit Hilfe moderner Produktionsanlagen umgesetzt und produziert. Von der kleinsten Fräse, die mit 450 mm Walzendurchmesser am Mulag­-Mähausleger sowie auf kleineren Schleppern von 16 bis 40 PS angebracht ist, bis zur gewaltigen Westa 1050 für Fahrzeuge bis 300 PS, werden unterschiedlichste Schneefrässchleuder-Typen für die diversen Trägerfahrzeuge produziert. Die zweistufige Bauweise und die ausschließliche Verwendung von Feinkornstählen erzielen eine große Wurfweite bei geringem Kraftaufwand. Konstruiert wird mittels CAD-­System, um flexibel auf kundenspezifische Anforderungen eingehen zu können. „Wir sind offen für Sonderwünsche unserer Kunden und verfügen über flexible Strukturen sowie kurze Entscheidungswege“, erläutert der Geschäftsführer. „Durch den Einsatz modernster CAD-Systeme und CNC-gesteuerter Fertigungsmaschinen können Sonderkonstruktionen nach den Anforderungen der Kunden kostengünstig angeboten und schnell realisiert werden.“    

Für den Winterdienst mit Unimog    
Aus dem Stadium der Neukonstruktion und Optimierung herausgetreten ist mit der Schneefrässchleuder Westa 950 der neueste Zugang in das Sortiment des Winterdienst­herstellers eingegangen. Bei dem Winterdienstgerät ging man auf die Beliebtheit des kommunalen Tausendsassas Unimog bei Bauhöfen ein. Der vielseitig verwendbare Geräteträger gehört zur Stammbesetzung im kommunalen Fuhrpark, daher konstruierte man bei Westa eine eigens auf das Fahrzeug abgestimmte Schneefrässchleuder. Das speziell für den Anbau an Unimog entwickelte Gerät ist aber auch als Schlepper Variante erhältlich. Wie der Name schon vermuten lässt, verfügt das Winterdienstgerät über einen Fräswalzendurchmesser von 950 mm und einen Wurf­raddurchmesser von 950 mm, wobei eine Räumhöhe von 1.350 mm erzielt wird. Der Antrieb erfolgt über ein eigens für diesen Typ entwickeltes Stirnradgetriebe und eine Weitwinkelgelenkwelle.    

Hohe Räumleistung mit freiem Auswurf    
Die Schneefrässchleuder 950 sowie die weiteren Hochleistungsschneefräsen der Typen 900 und 1050, die ebenfalls für das Räumen großer Schneemengen ausgelegt sind, gibt es wahlweise mit „freiem Auswurf“. Mit dieser Option können die Schneefräsen von Westa, welche für den Front- oder Heckanbau an große Schlepper (bis 360 PS) konzipiert und gebaut werden, noch effizienter eingesetzt werden. Der direkte Auswurf bewirkt dadurch gewaltige Räumleistungen und sehr große Wurfweiten. Der Auswurf erfolgt durch den 260 Grad drehbaren Kamin oder über den hydraulisch drehbaren Auswurfschacht wahlweise nach links oder rechts, dadurch lässt sich auch die Wurfweite zusätzlich einstellen. Beim Typ 950 ist der freie Auswurf optional und nachträglich noch umrüstbar.  
 
Übersichtlichkeit während der Fahrt    
Sicherheit in der Bedienung hat oberste Priorität im Winterdienst. Deswegen verfügen alle Westa-Schneefräsen über eine Nockenschaltkupplung zur Sicherung gegen Überlastung und Fremdkörper. Die Kupplungen arbeiten automatisch und unterbrechen nach Überschreiten des Drehmoments den Kraftfluss. Nach Abschalten des Antriebs wird die Verbindung wiederhergestellt. Die Kupplungen werden im Werk auf einer Prüfmaschschine für jeden Fräsentyp individuell passend eingestellt. Winterliche Dämmerung oder nachts sowie Niederschlag und unübersichtliche Verkehrssituationen machen den Winterdienst ohnehin zu einer Herausforderung, weswegen die freie Sicht auf den Streckenverlauf und andere Verkehrsteilnehmer bei der Arbeit mit Schneeräumgeräten von großer Wichtigkeit ist. Für besseren Überblick sorgt bei der Schneefrässchleuder 950 das 200 mm nach rechts versetzte Schleuderrad. Den freien Blick auf die Straße verstellt vor allem der Auswurfkamin – was ein nicht zu ignorierendes Sicherheitsproblem darstellt. Die Überlegungen und Tüfteleien der Ingenieure von Westa ergaben die Lösung: Der hydraulisch wegklappbare und aus dem Sichtfeld des Fahrers schwenkbare Auswurfkamin – dieser ist seit seiner Entwicklung ein Bestseller und auch bei der Westa 950 erhältlich.    

Hydraulische Seitenneigung passt sich Fahrbahn­niveau an    
Um die Arbeit der Winterdienstmitarbeiter bei wechselnden Fahrbahnhöhen zu erleichtern, passt sich die Schneefräse durch eine hydraulische Seitenneigung dem Fahrbahn­niveau an. Außerdem können Schneefräsen der Typen 6570 bis 1050 optional mit einem patentierten Kurvenfahrsystem ausgerüstet werden. Bei diesem Anbausystem kann die Fräse ähnlich einem Schneepflug um 15 Grad nach links und rechts geschwenkt werden. Dadurch wird das Kurvenfahren bei harten Schneebedingungen wesentlich erleichtert.

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Links das Sichtfeld des Fahrers ohne „Freisicht­kamin”, rechts mit dem System.

Fotos: Westa

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Der für die Westa 950 optional erhältliche direkte Auswurf bewirkt eine hohe Räumleistungen und sehr große Wurfweiten. Der Auswurf erfolgt durch den 260 Grad drehbaren Kamin oder über den hydraulisch drehbaren Auswurfschacht wahlweise nach links oder rechts, dadurch lässt sich auch die Wurfweite zusätzlich einstellen.

Foto: Westa

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Verschleißringe an den Fräswalzen schützen den Walzenkörper und können bei Bedarf ausgetauscht werden.

Foto: Westa

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Geschäftsführer Alois Weber gründete vor 40 Jahren das Winterdienstunternehmen Westa im bayerischen Weitnau.

Foto: zek