Freie Fahrt am Hahnenkamm: Kahlbacher sorgt für perfekte Pistenbedingungen auf der Streif

20. Januar 2026, Lesedauer: 7 min

Jahr für Jahr zieht es Ende Jänner zehntausende Schaulustige in die Tiroler Gemeinde Kitzbühel, um mit den weltbesten Skirennläufern beim legendären Hahnenkammrennen mitzufiebern. Hier ist von den Bahnbetreibern Präzision bei der Pistenpräparierung gefragt: Neben einer motivierten Mannschaft unerlässlich ist dabei die qualitativ hochwertige Winterdienstausrüstung, die vom ortsansässigen Hersteller Kahlbacher stammt.

Die Streif in Kitzbühel: Extremste Skiabfahrt der Welt und perfekte Pistenpräparation

Steil, steiler, Streif: Die Abfahrt in Kitzbühel zählt zu den anspruchsvollsten der Welt. In dieser Königsdisziplin des Wintersports stellen sich die Skirennläufer einem Gefälle von bis zu 85 Prozent und erreichen dabei Geschwindigkeiten von über 140 km/h. Auf etwas mehr als drei Kilometern geht es von einer Höhe von 1.665 Metern hinab auf 805 Meter – ein Nervenkitzel, der jährlich Ende Jänner Zehntausende Zuschauer nach Kitzbühel zieht, um das legendäre Hahnenkammrennen live mitzuerleben. Voraussetzung für dieses spektakuläre Event ist eine speziell präparierte Piste. Für die perfekte Rennstrecke sorgt das Team der Kitzbüheler Bergbahn unter der Leitung von Stefan Hetzenauer. Ein unverzichtbares Hilfsmittel bei der Pistenpräparation ist die leistungsstarke Schneefrässchleuder KFS 750/4600 SF von Kahlbacher, das Traditionsunternehmen stammt selbst aus Kitzbühel. Dank ihrer beeindruckenden Räumleistung und robusten Bauweise eignet sie sich ideal für den Einsatz in alpinem Gelände.

Kitzski
Zuviel des Guten: Überschüssiger Schnee wird über die Absperrnetze befördert. Um bei steilem Gelände den Einsatz von Seilwinden zu ermöglichen, wurde als optionale Ausstattung ein besonders kurzer Auswurfkamin mit zwei Kaminblenden kreiert.
© Kitzski / Michael Niederstrasser

Pistenpräparation für das Hahnenkammrennen: Schneeräumung auf der Streif

„Gibt es kurz vor dem Rennen viel Niederschlag, muss die Piste von den Schneemassen befreit werden“, erklärt Stefan Hetzenauer die Vorbereitungen für das Renn­spektakel. Und hier gilt: Je härter die Piste, desto rasanter das Rennen. An der Talsohle von Steilhängen, wie der berüchtigten Mausefalle, sowie seitlich der Piste können sich immense Schneehaufen bilden, die für einen reibungslosen Ablauf des Rennens entfernt werden müssen. Hier kommt die Frässchleuder zum Einsatz, die den Schnee kraftvoll über das Absperrnetz hinaus schleudert und so die Bahn freimacht.

Schneefrässchleuder für Skigebiete: Effiziente Technik für alpinen Winterdienst

Die Kahlbacher Frässchleuder KFS 750/4600 SF ist ein leistungsstarkes Anbaugerät, das speziell für den Einsatz auf Pistenraupen entwickelt wurde. Mit einer beeindruckenden Räumleistung eignet sie sich ideal für die effiziente Schneeräumung in Skigebieten und alpinen Regionen. Die KFS 750/4600 SF kann Schnee bis zu einer Breite von 4.600 mm räumen, was große Flächenabdeckungen ermöglicht. Entwickelt für den anspruchs­vollen Winterdienst, zeichnet sich die ­Frässchleuder durch ihre langlebige und ­widerstandsfähige Bauweise aus. Die Frontanbaufrässchleuder weist großdimensionierte, für möglichst hohen Schneedurchsatz optimierte Wurfräder, sowie einen Fräswendeldurchmesser von 750 mm auf. Der Antrieb erfolgt über einen zentralen Hochdruck-Hydraulikmotor, die beiden Wurfräder werden über ein Untersetzungsgetriebe und über einen Kettenantrieb angetrieben. Das in der Mitte des Gerätes angeordnete Achsgetriebe mit Nockenschaltkupplung als automatische Überlastsicherung für die Fräswendeln hat zwei entscheidende Vorteile: Erstens läuft der Schneefluss ungehindert ins Wurfrad, zweitens werden durch diese Anordnung Gewicht und Kosten gespart, worauf bei der Entwicklung dieses Hochleistungsgerätes besonders Wert gelegt wurde. Die Auswurfkamine sind unabhängig voneinander oder synchron hydraulisch steuerbar. Die gewünschte Wurfweite wird über hydraulisch verstellbare Kaminblenden eingestellt, die Auswurfrichtung wird über Hydraulikmotoren stufenlos drehbar gewählt.

Kitzski
Die Abfahrt auf der Streif gilt als Königsdisziplin des Wintersports, hier stellen sich die Skirennläufer einem Gefälle von bis zu 85 Prozent. Dieses hat auch die Pistenmaschine inklusive Schneefrässchleuder bei der Pistenpräparierung zu überwinden.
© Kitzski / Michael Niederstrasser

Optimale Pistenqualität durch gezielte Schneeverteilung

Doch nicht nur während des Hahnenkammrennens ist die Frässchleuder im Einsatz. Abhängig von Pistenbeschaffenheit und Wetterbedingungen kommt sie im Laufe der Skisaison an neuralgischen Punkten zum Einsatz, vor allem an Steilhängen. Die Präparation ist entscheidend, da Schnee, der durch die Abfahrten der Skifahrer ins Tal rutscht, die Pistenqualität verschlechtert. Die Frässchleuder hilft, den Schnee gleichmäßig zu verteilen und so optimale Bedingungen für Wintersportler zu schaffen. Während Spitzensportler beste Abfahrtszeiten auf den eisigen Pisten während des Hahnenkammrennens erzielen, sind solche Bedingungen für Hobby-Wintersportler im besten Falle eine Rutschpartie, im schlechtesten Falle ein erhöhtes Unfallrisiko. Daher sorgt das Team der Bergbahn Kitzbühel vor und nach der Austragung des berühmten Sportevents auf ihren Pisten für eine gleichmäßige, griffige Oberfläche und damit für sicheres Skifahren. „Der größte Vorteil von geschleudertem Schnee ist eine bessere Bindung zur Piste“, berichtet Stefan Hetzenauer von der Kitzbüheler Bergbahn. Denn man könnte zwar bis zu einem gewissen Steilheitsgrad den im Tal angesammelten Schnee per Schneeschild nach oben befördern, jedoch ist dieser niemals so kompakt. Doch genau das ist wichtig bei steilen, eisigen Pisten – der Schnee würde sich durch die herabfahrenden Skifahrer ansonsten schnell wieder abtragen. „Durch die Wucht, mit der der Schnee auf die Piste geschleudert wird, ist dieser wie komprimiert.“ Dadurch entsteht eine harte, griffige Oberfläche, auf der es sich bestens Skifahren lässt und die Pistenmaschine gut Halt findet.

Kitzski
Die Kahlbacher Frässchleuder KFS 750/4600 SF ist ein leistungsstarkes Anbaugerät, das speziell für den Einsatz auf Pistenraupen entwickelt wurde. Sie kann Schnee bis zu einer Breite von 4.600 mm räumen, was große Flächenabdeckungen ermöglicht.
© Kitzski / Michael Niederstrasser

Snow Farming im Skigebiet: Kosten sparen durch intelligentes Schneemanagement

Bahnbetreiber, die für die Pistenpräparation verantwortlich sind, stehen vor vielerlei Herausforderungen: Unvorhersehbare Witterung, wie starker Schneefall, Regen oder plötzliche Temperaturschwankungen, beeinflussen die Pistenqualität negativ. Schneemangel in wärmeren oder niederschlagsärmeren Wintern macht künstliche Beschneiung notwendig, was hohe Kosten verursacht. Deshalb setzt man in großen Skigebieten wie in Kitzbühel seit längerem auf Schneehöhenmessungen. Anhand eines Geländemodells erkennt die Messung beim Überfahren der Piste via GPS wie hoch die Schneedecke ist, per GSM liefert das Fahrzeug die Daten an das Team der Kitzbüheler Bergbahn. „Das ist die Basis dafür, um zu wissen, wieviel Schnee auf den Pisten liegt“, erklärt Stefan Hetzenauer. Für jede Piste ist je nach Hanglage und Gefälle eine gewisse Schneehöhe definiert. „Und somit produzieren wir je nach Bedarf Kunstschnee und nur bis zur benötigten Schneehöhe.“ Der ursprüngliche Anschaffungsgrund der Schneefrässchleuder KFS 750/4600 SF hatte ebenfalls mit Einsparmöglichkeiten bei der Kunstschneeproduktion zu tun: Das Gerät wurde zum sogenannten Snow Farming genutzt: Am Ende der Skisaison wurde der verbliebene Schnee zu einen Schneedepot zusammengeschoben, die Verteilung dieses Altschnees im darauffolgenden Herbst fand aufgrund des steilen Geländes teilweise mit der Kahlbacher-Schleuder statt. Bis zu 80 Prozent des Altschnees können in solchen Depots über den Sommer erhalten bleiben. Im darauffolgenden Winter wird dieser Schnee wieder auf die Pisten verteilt, was einen früheren Saisonstart ermöglicht und die Kosten für künstliche Beschneiung reduziert. In Kitzbühel wurde die Zahl der Schneedepots mittlerweile von vier auf eines reduziert, bei dem die Präparierung nun auch ohne Schleuder möglich ist.

Moderne Schneetechnik für steigende Anforderungen im Skigebiet

Die Herausforderung für Skigebiete besteht darin, jedes Jahr aufs Neue perfekte Pistenbedingungen zu schaffen – trotz wechselnder Witterungsverhältnisse und Temperaturschwankungen. Dafür werden tonnenweise Schnee bewegt und ganze Schneeberge versetzt. Mit leistungsstarken Schneefrässchleudern wie der KFS 750/4600 SF bietet Kahlbacher die passende Lösung für die steigenden Anforderungen der Skigebiete – sei es für die Pistenpräparation oder für innovative Konzepte wie das Snow Farming. So sorgt moderne Schneetechnik dafür, dass sowohl Profisportler als auch Hobby-Skifahrer beste Bedingungen vorfinden – ganz gleich, was der Winter bereithält.

Erschienen in zek KOMMUNAL, Ausgabe 4/2025